Die innere Stimme.

Ich bin keine Anwältin, keine Ärztin und sicherlich keine Politikerin.
Ich habe keine Studien durchgeführt, keinen wissenschaftlichen Durchbruch erzielt und keine Gesetze aufgestellt.
Ich weiß vieles nicht mit absoluter tausendprozentiger Sicherheit.
Ich weiß vieles nicht so, dass ich es mit mathematischen oder physikalischen Formeln unterlegen könnte.
Vieles weiß ich nicht.

Ich weiß dafür aber etwas anderes.
Ich weiß, dass ich einen gesunden Menschenverstand besitze.
Das mag einige vielleicht jetzt nicht sonderlich überwältigen, aber heute ist er einer der wichtigsten und seltensten Güter der Menschheit geworden.
Ich bin immer im Austausch mit mir selbst – ich und ich führen ständig Konversationen über Gott und die Welt und jetzt auch über das verrückte Jahr 2020.
Wir führen Diskussionen, manchmal höre ich mir aber auch nur zu.
(Falls es jemanden beunruhigen sollte: nein, es ist nicht das Reden multipler Persönlichkeiten miteinander – ich höre nur eine einzige Stimme und das ist meine eigene).
Ich frage mich, ob ihr euch auch mal zuhört.
Habt ihr auch die Stimme eures Ichs im Kopf, die euch zuspricht oder euch von etwas abhält?
Kennt ihr das Gefühl im Bauch, das euch eine zweite Meinung einbringt?
Habt ihr keine Konflikte mit euch selbst, reflektiert ihr nicht auch euer Tun und vor allem, euer Nichttun?
Wo ist euer Menschenverstand, wenn die Welt drauf und dran ist, den Hang in gewaltiger Geschwindigkeit runterzupreschen?
Wo ist euer Instinkt, wenn versucht wird, euch das Leben zu nehmen?
Wo sind eure Stimmen, wenn das Unsichtbare euch zwingt, euren Alltag so zu verändern, dass wir ihn nicht wiedererkennen?

Ich muss keine Anwältin sein, keine Ärztin, keine Richterin um zu erkennen, wenn etwas gewaltig falsch läuft.
Ich brauche keine Gesetze, die mein Gefühl belegen.
ich brauche auch keine Studie aufzustellen, um zu zeigen, in welchem Wahnsinn wir gerade leben.
Jetzt, genau in diesem Moment.

Der Mensch ist ein soziales Wesen.
Nicht unbedingt sozial im Sinne von empathisch und mitfühlend, denn genau das sind viele nicht, sondern im Sinne von Gesellgkeit.
Der Mensch ist stets auf der Suche nach Menschen.
Wir können und wollen in Herden leben, brauchen die Nähe, den Schutz und die Sicherheit eines anderen.
Wir beschützen somit unsere Familien und auch für einen Fremden würde manch einer sein letztes Hemd geben.
Wir könnten es sehr wahrscheinlich, aber wir wollen nicht alleine sein.
Wir suchen den Kontakt, die Blicke, die Berührungen, den Duft, die Wärme, die Liebe und die Freude mit einem anderen Menschen.
Der Mensch ist ein soziales Wesen.

Aber, was passiert jetzt?
Geht auf die Straße, seht es euch selbst an.
Die Menschen, die sich vorher so sehr gesucht haben, meiden jetzt jeden Blick miteinander.
Sie gehen sich aus dem Weg, verlassen die Familienmitglieder, vereinsamen zu Hause still und zustimmend vor sich hin.
Menschen halten Abstand zueinander und, verdammt nochmal, jeder, der mich kennt weiß, ich stehe voll auf Abstand, aber hey, jetzt finden wir Beschriftungen, Maßnahmen und Sperrbänder alle paar Meter auf der Straße und in den Supermärkten die uns sagen, wann wir wo zu wievielen stehen dürfen.
Wir schaffen einen Abstand zwischen uns, der auf diese Weise nicht notwendig ist.
Wir können kein Lächeln mehr austauschen, denn die Hälfte des Gesichtes ist verdeckt.
Die Blicke sind leer, wir sehen nur noch Angst und Panik und Erschöpfung in den Augen anderer.
Wir tauschen keine Berührungen, strahlen keine Wärme aus.
In jeder Kontaktsituation ist etwas zwischen uns und dieses, was zwischen uns ist, ist gewaltig.

Es findet Ausgrenzung statt. wie nie zuvor.
Das, was da draußen passiert, ist nichts anderes als Diskriminierung, nur, dass es jetzt eine willkommende Verhaltensweise ist, weil sie unter den Deckmantel „Schutz“ und „Sicherheit“ fällt.
Menschen stehen an ihren Fenstern, beobachten das Geschehen draußen auf den Straßen und schwärzen jeden beim Ordnungsamt an, der sich nicht an die Regeln hält.
Natürlich nur zu unserem eigenen Schutz.

Ein Restaurant betrete ich mit Maske, am Platz darf ich sie abnehmen.
In der Schule wurden die Tische der Schüler meilenweit auseinander gestellt – die Maske muss trotzdem auch am Platz, während des ganzen Unterrichtes getragen werden.
Achja, und auf dem Schulhof natürlich auch.
Kinder, mit MASKE!
Lehrer, die sie wie ein Feldwebel jede Sekunde daran erinnern, wie wichtig es ist, für das Leben, diese immer aufgesetzt zu haben.
Natürlich nur, um uns und andere zu schützen.
Eltern, die ihre Kinder unter diesen Umständen in die Schule schicken.
Klar, was bleibt ihnen auch anderes übrig?
Sie müssen arbeiten gehen, wenn sie noch einen Job haben, um die Familie zu ernähren.
Überall muss man sich die Hände desinfizieren, überall wird auf Abstand geachtet und doch: Die Fallzahlen steigen.
Ist doch komisch, oder?
Wo ist hier euer Menschenverstand, eure Stimme?
Aber na klar, dass sind die Jugendlichen Schuld, die am Wochenende, was, sich amüsieren?
Ja und?
Jedes Jahr an Karneval geht ihr halbnackt auf die Straßen, trinkt aus fremden Flaschen, tauscht SÄMTLICHE Körperflüssigkeiten mit FREMDEN aus und was?
Da hat es euch nie interessiert und Hände gewaschen wurde sich auch nicht.
Von den ganzen Sexualkrankheiten und Alkoholtoten wird da auch nicht gesprochen.
Aber natürlich, wie dumm von mir!
Karneval ist doch Kultur, da darf man nichts gegen sagen.

Uns werden die Kinos weggenommen, die eh nur noch auf ihr Ende warten, seitdem wir jeden scheiß Film online streamen können.
Konzerte, Theater, Veranstaltungen, selbst der beschissene Karneval: alles weg.
Kein Ausgleich zur Arbeit, denn arbeiten müssen wir ja, weil wir es dürfen!
Weil wir darauf angewiesen sind, auf jeden verdammten scheiß Euro, damit wir unsere Lieben halten können.

Wo ist da eure innere Stimme, euer Ich, das sich doch spätetsens jetzt melden sollte?

Die Menschen nehmen es hin – das wurde jetzt klar und deutlich bewiesen und Gnade Gott, es sollte mal wirklich etwas Schlimmes passieren – da ist auf uns kein Verlass.
Wir würden elendig vor die Hunde gehen.

Die Menschen nehmen es hin, solange sie Netflix haben, Süßes und krankes, billiges Fleisch in den Hals stopfen und online shoppen können.
Sie nehmen es hin und sie würden wirklich alles tun, damit es ihnen nie weggenommen wird.
Dafür sind sie bereit eine Maske zu tragen und es als das neue „Normal“ oder „Zeichen von Freiheit“ zu betiteln, sie sind bereit sich in Reih und Glied im Supermarkt aufzustellen und den Nachbarn an den Pranger zu stellen und hinzurichten, wenn er sich ordnungswiedrig verhält.
(Erinnert mich an das, was sie über die Dreißiger sagen – nur mal so als Anstoß).

Wo ist hier die verdammte innere Stimme, die für eure Freiheit kämpfen will?
Die an euch appelliert, für euch und eure verdammten Familien einzustehen?
Wo sind eure Worte, eure Gefühle, wo ist euer Menschenverstand?

Wir haben ihn verloren, haben ihn womöglich eingetaucht für das neue Iphone – Modell. Haben ihn verkauft an den Teufel des Konsumes.
Haben sie nichts ahnend weggegeben, für Netflix und Youtube und Facebook.
Haben die Verantwortung selber zu denken, einfach in die hungrigen Mäulern der Industrie gesteckt.

Kontrolle über das Leben ist eine Illusion – wir hätten sie gerne – aber wir haben sie nicht und hatten sie auch nie.
Wir denken, es ist alles unsere Idee, unser Vorhaben, unsere Haltung, unsere Angst.
Dabei wurden sie uns alle nur auferlegt und wir haben sie dankend angenomen.
Wenn sie sagen, wir müssen glücklich sein, weil wir arbeiten gehen dürfen, sind wir glücklich.
Wenn sie sagen, wir sollen Angst haben, sind wir ängstlich.
Wenn sie sagen, wir sollen uns in Reih und Glied aufstellen, aus Schutz zueinander, verdammt, dann stellen wir uns auch regeltreu auf!
So, als wäre es unser Plan gewesen.
Wenn sie sagen, es geht um die Sicherheit unserer Großväter und Großmütter, tja, dann meiden wir den Kontakt zu ihnen – ist doch aus Schutz!
Wenn sie sagen, zieht euren Kindern Masken auf, ja, dann nähen wir ihnen direkt welche.
Wenn Sie sagen, der vater des Neugeborenen darf nach einer Woche nur eine Stunde am Tag zu dem Kind und der Mutter gehen, ja, das machen wir auch noch, keine Sorge.

Wir haben gezeigt, dass wir gewillt sind, nahezu alles zu tun, nur damit uns der Schein unserer kontrollierten, gerechten und sorglosen Welt nicht genommen wird.
Wir haben aufgehört, auf uns zu hören.

Und mal so nebenbei:

Ich habe mehr Angst davor, dass es für immer so bleibt wie es jetzt ist als vor Corona.

Du und ich.

Ich habe es nie verstanden und ich werde es in diesem Leben wahrscheinlich auch niemals verstehen.

Ich bin davon überzeugt, dass man nicht so auf diese Welt kommt.
Nicht feindselig einem anderen Menschen gegenüber.
Aber man wird wohl so gemacht.

Ich habe nie begriffen, wie man einen anderen Menschen augrund seiner Herkunft, seiner Hautfarbe, ja sogar aufgrund seines Kleinungsgeschmacks ausgrenzen kann.
Wer ist man, wer sind wir, die entscheiden, was akzeptabel ist und was nicht?

Ich bin es so Leid, ständig im Radio zu hören oder in der Zeitung zu lesen
„Ein weißer Mann hat einen Schwarzen getötet!“, „Ein muslimischer Attentäter“,
„Ein Flüchtling hat eine deutsche Frau vergewaltigt!“, „Eine islamische Terrorgruppe!“, „Ein deutscher Nazi!“.
Fällt euch auf, dass die Medien es geschafft haben, dass wir sofort zum Begriff „Attentäter“ einen muslimischen Mann assoziieren?
Dass ein „Nazi“ immer stahlblaue Augen und weiße Haut hat?
Dass ein Flüchtling im ersten Augenblick immer unheimlich erscheint?
Es gab übrigens auch Schwarze, die Schwarze versklavt haben.
Wenn ich abends am bahnhof vorbeigehe, finde ich auch manche Deutsche unheimlich.
In Italien tötet täglich ein Mann aus Eifersucht seine Frau.
Ein Amokläufer kann auch ein einheimischer Junge sein.
Übrigens, es gibt auch zahlreiche Frauen, die Männer vergewaltigen.
Kinder, die ihre Mütter verprügeln.
Wie ihr seht, bringen uns diese Kategorisierungen einen Dreck.

Wir wollen nicht in Schubladen gesteckt werden, tun es aber permanent bei anderen.
Wir entscheiden, urteilen, ja, wir wissen sogar, dass es so ist!
Wer sind wir, dass wir das entscheiden?
Weil wir beschlossen haben, dass wir zur Masse gehören?
und das, was die Mehrheit sagt, ist natürlich das Richtige!

Ich höre und lese diese Worte und denke jedes Mal:
Ein Mensch hat einem anderen Menschen weh getan.
Ein MENSCH hat das getan.
Ist denn die Herkunft so relevant dafür?
Na klar, denn dadurch fällt es uns leichter zu pauschalisieren.
Dadurch machen wir DIE schön passend für UNSERE Schubladen.
Sie passen fabelhaft hinein und wir können nachts ruhig schlafen.

Ein wichtiger Aspekt wird jedes Mal außer Acht gelassen:
Menschen tun sich das gegenseitig an.
Nicht Katholiken, Muslime, Flüchtlinge, Ausländer.
Menschen sind so schlecht.
Menschen betrügen, bestehlen sich gegenseitig und zerstören das Leben unschuldiger Menschen.
Es sind immer wir, WIR, die das tun.
Nicht die, sondern wir.

Ist mir doch total egal, ob Hitler ein Weißer war.
Er hätte auch ein Schwarzer sein können, der die Weißen versklavt.
Wäre genauso falsch gewesen, oder nicht?

Wir bewerten Menschen anhand ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens.
Wer sind wir, dass wir das tun?
Wer sind wir, die ausgrenzen?

Diese Welt ist nicht in diesem Zustand wegen denen, sondern wegen uns.
Weil wir es tun, weil wir es zulassen, weil wir immer und immer wieder die Menschen um uns herum in Schubladen stecken.

Der beste Weg, um einen Krieg zu beenden ist niemals der Kampf gewesen, sondern der Frieden.
Es kommt leider nur nie dazu.

Es sind immer nur Du und ich.
Du, Mensch und ich, Mensch.
Dein Leben ist genauso viel wert wie meines.
Du bist nicht besser oder schlechter.
Ich kann dich auch nicht mögen, du darfst mich auch hässlich finden, ich darf deinen Musikgeschmack nicht teilen, du darfst denken, dass mein Glaube in deinen Augen Unsinn ist und ich darf eine andere Meinung haben als du.

Aber du darfst mir deswegen nicht weh tun und ich dir auch nicht.


Unwissenheit als Segen?

Ich dachte immer, es ist gut, Dinge zu wissen.
Ich habe es als wichtig erachtet, zu wissen und habe diejenigen verurteilt, die sich dem Nichtwissen zugesprochen haben, ob nun wissentlich oder unwissentlich.
Ich wusste eigentlich immer das Ein oder Andere und wenn ich nicht wusste, wurde ich wissend.
Immer wieder stieß ich auf Menschen, die nichtwissentlich Dinge nicht wussten und dann dankbar waren, dass ich ihnen Wissen brachte.
Mehr noch aber stieß ich auf Menschen, die sauer und fast schon beleidigt darüber waren, dass ich ihnen gutmütigerweise Wissen brachte, was sie nicht wissen wollten.
Also, blieben sie stur, schlossen die AUgen, schüttelten sich einmal das Wissen aus dem Kopf und Zack! – wissentlich nichtwissend.
Als hätten sie nie etwas gewusst. Denn wenn sie wissentlich wären, könnten sie ja nicht mehr so tun als wären sie nichtwissend und das wiederum würde bedeuten, sie müssten mit dem Wissen leben. Und das ist manchmal schwer.



Heute denke ich manchmal, es wäre vielleicht in vielerlei Hinsicht einfacher, nicht zu wissen.
Es würde vielleicht insgesamt weniger Kopfzerbrechen bereiten.
Vielleicht wäre es ja angenehm, sich mal Gedanken darüber zu machen, für welche emanzipationsunterwerfende Frau sich der Bachelor nun entscheidet oder welche Nackten demnächst auf der Insel hintereinander herlaufen oder dass ich morgens als allererstes die Mülltonnen an die Straße stelle, damit alle sehen, wie regeltreu ich bin.
Deswegen halte ich ja zur Zeit auch gensaustens ZWEI METER Abstand zu jedem, damit sie alle sehen, wie fügsam ich bin.
Obwohl ich wissen könnte, dass es absolut keinen Sinn macht.
Aber zum Glück, weiß ich ja nicht.

So leichte Gedanken sind doch mal Balsam für den Verstand.
Oder aber, ich stelle fest, früher oder spter, ist da kein Verstand mehr.

Also gut, dann doch lieber wissentlich wissend sein und den Nichtwissenwollenden auch das Nichtwissenwollen zugestehen.

Obwohl ich weiß, dass es gut wäre, zu wissen.
Denn, jemand sagte ja schon: Nichtwissen mag vielleicht ein Segen sein,
aber Wissen ist Macht.
Und zwar in jederlei Hinscht.

Hinterfragen statt Nachsagen.

Das wahrscheinlich erfolgreichste Instrument der Macht, ist nicht das Geld, sondern die Verbretung von Angst.
Mit Angst hat man alles im Griff, alles unter Kontrolle – das ist nichts Neues, damit wurde wahrscheinlich schon seit immer mit gearbeitet.

Angst ist ein natürlicher Instinkt, der uns vor Gefahr bewahren und warnen will.
Angst ist im Ursprung ein hilfreicher Instinkt – aber es ist auch leicht, sie uns aufzuerlegen.
Angst kann uns in einen Zustand vollkommener Lähmung versetzen.
Wir sind wie paralysiert, können nicht denken, nicht reden, nicht ruhig atmen.
Wir verlieren die Kontrolle über unseren Körper und über unseren Geist.
Die Angst sitzt dann am Steuer.

Es ist doch so:
Wenn wir Angst versprüren, würden wir doch so ziemlich alles dafür tun, damit es aufhört.
Damit wir uns geregeltes, normales, alltägliches Leben von gestern wiederbekommen.

Wo kommt nun diese Angst her, die so viele Menschen in ihre Körper einsperrt?

Die Medien, die uns tagtäglich umgeben, ob es das Fernsehen ist, die Zeitung, das Smartphone mit seinem Facebook und Anderes, das Radio usw
Den ganzen Tag über sind wir diesem Druck ausgesetzt und das sogar gerne.
Denn die meisten unter uns wissen nicht, dass genau dieses, das perfekte Instrument ist UND IMMER WAR, um Anst zu verbreiten.

Was im TV gesagt wird und dann noch in der Tagesschau – ja, das MUSS ja richtig sein.
Pressefreiheit – also stimmt NATÜRLICH auch alles das, was die Zeitungen schreiben (obwohl ich wirklich bezweifle, dass es diese je gab).
Wenn da steht, dass Trump ein rassistisches Arschloch ist, dann stimmt das und ich brauche mich nicht weiter damit befassen. Abgehakt!
Warte mal, dabei kenne ich diesen Mann doch gar nicht.
Ich habe mich nie damit befasst, mich nie informiert … Eagl, das Fernsehen sagt etwas anderes.
Wenn gesagt wird, dass Flüchtlinge sich daneben benhmen, ja dann bitte, sollen sie doch in ihr eigenes Land zurück! Abgehakt!
Moment, ich habe noch nie einen Flüchtling gesehen oder mich mit ihm unterhalten.
Die sehen doch eigentlich ganz friedlich aus … naja, aber wenn die sagen, die bauen Mist, dann weg damit!

Ich höre so viele Meinungen um mich herum und ich höre es.
Ich höre, dass diese keine eigenen Meinungen sind, sondern nur Nachplapperei.
In der Regel ist es doch nämlich so: Eine Meinung bilde ich mir, in dem ich alle möglichen Einflussbereiche betrachte und auf Grundlage dieser zu einem Ergebnis komme.
Zumindest wäre das doch vielleicht ein guter Schritt.
Aber wieso sollte man diesen Aufwand betreiben, wenn man doch einfach eine gestellte und geteilte Meinung annehmen kann?
Einfach so – man muss noch nciht einmal von der Couch aufstehen.

Ich höre seit Jahren kein Radio, aber ab und an habe ich keinen Einfluss auf mein Umfeld.
Ist euch bewusst, dass dort nach allen paar Minuten IMMER WIEDER DAS SELBE gesagt wird?
Falls man nämlich gerade erst dazuschaltet, ist man auf dem selben Stand, wie alle anderen.
Und das ist auch äußerst wichtig: Seid alle auf dem gleichen Stand, damit ihr auch brav alle das Selbe glaubt.

Die Meinung wird sich nicht mehr gemacht, sie wird einem auferlegt.
Wir sind dauerhaft auf Sendung, kriegen alles mit und spucken dann im Internet große Töne – bravo, für eine Meinung, die du übernommen hast.

Meine Mama hat mich immer gefragt:
Wenn alle von einer Brücke springen, springst du dann mit?

Die Antwort war natürlich nein und jeder würde es genuso sagen – aber die Taten sprechen von anderen Geschichten.
Nicht mit den anderen von der Brücke springen bedeutet auch, sich mal zu informieren: Warum wollen die denn springen? Was passiert, wenn ich springe? Was wäre, wenn ich nicht springen würde? Macht es Sinn, dass sie springen? Kann man das auch anders lösen? Wo kommt die Idee her, von der Brücke zu springen? Was steckt DAHINTER?

Diese, wie man heute so toll sagt, Mainstream – Medien werden uns nie erzählen, was dahinter steckt.
Nachtrichten sind lediglich Nachsprechungen, Nachberichtungen von anderen.
Dann noch in einer Zeit, wo wirklich nahezu jeder Mensch für Geld seine eigene Mutter verkaufen würde, wo man jedes Bild mit einer guten App oder einer anderen Anwendung bearbeiten kann oder wo man Stimmen und Mimiken schaffen kann.
Wo man uns Geschichten erzählt.

Also – nein, ich springe nicht von der Brücke.
Und ihr solltet es auch nicht tun.



Viel haben und mehr haben wollen.

Ich bin ein großer Fan von „The Walking Dead“.
Vor allem aber, weil ich finde, dass es genau widerspiegelt, wie der Mensch mit einer Situation, wo es um’s Überleben geht, umgehen würde.

Ich find’s auch gar nicht so hoch gestapelt:
Wenn wir schon bei einer „Grippesituation“ anderen die Lebensmittel aus dem Einkaufswagen nehmen, wie würde es dann aussehen, wenn es wirklich üm’s Überleben gehen würde?

Na klar, kein Wunder!
Wir sind doch einigen Luxus gewohnt!
Wir wollen ja nicht einfach nur leben, sondern bestmöglich leben!
Und nicht ur bestmöglich, sondern besser als alle anderen!
Wenn de Welt morgen untergeht, okay, aber dann bitte mit überfüllten Kühlschränken!

Übrigens: Dein ganzer Besitz ist ein Scheiß wert, wenn die Welt wirklich untergehen sollte.

Also gut, ihr habt euch dazu entschieden, so ignorant und egoistisch zu sein wie sonst auch immer, nur jetzt natürlich begründet.
Denn Zuhause sagt euch der Fernseher, es ginge um Leben und Tod!

Jetzt haltet ihr mittlerweile also fast fünf Meter zu jedem Menschen Abstand, obwohl eigentlich nicht passieren könnte, wenn man sich nicht gerade in den Hals hustet.
Aber gut, ihr haltet Abstand, und jetzt, wo viele von euch nicht arbeiten müssen oder dürfen (übrigens: Verrückt, aber es gibt Menschen, die würden gerne arbeiten, denn davon hängt ihr Lebensunterhalt ab), habt ihr nichts zu tun und stellt euch morgens schon eine Stunde vor Ladenöffnung in die Schlange, damit ihr bloß alles bekommt und am besten von allem das Dreifache.
Ihr esst sonst kein Jogurth? Na, aber jetzt schon!
Jetzt ist es eine Ausnahmesitation, also kaufe ich Jogurth, denn wer weiß, vielleicht rettet er mir irgendwann ja doch das Leben!
Ihr kauft in utopischen Mengen ein und zwar auch die Dinge, an die ihr sonst vorbeigeht.
Vielleicht sogar die DInge, die ihr gar nicht mögt, aber na ja, jetzt macht man das, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Ihr wollt euren Abstand – bitte.
Ihr wollt eure Handschue und Halstücher um den Mund gewickelt? – Ist für mich auch okay.
Aber ey, jetzt reicht es aber doch!
Es ist bestimmt die vierte Woche in Folge, dass es in meinem Stammsupermarkt kein Klopapier mehr gibt.
Leute, man hat auch mal ohne Klopapier überlebt, aber ihr seid euch natürlich zu fein euch auch nur vorzustellen, euren königlichen Hintern mit eurer eignen Hand und Seife abzuwischen! (Glücklicherweise musste es ja noch nie soweit kommen und Gnade Gott, ihr müsstet es jemals tun!)
Ihr seid natürlich besseres gewohnt.
Sonst stauen sich eure Autos vor dem Drive im Mc Donalds, ihr zieht euch den ganzen Mül immer so gerne rein und jetzt?
Kein Obst mehr da, kein Gemüse.
Jetzt seid ihr nicht nur wahnsinnig, sondern auch noch gesund dazu!

Seit Wochen finde ich nie das, was ich brauche.
Aber hey, ich falle deswegen nicht tot um, aber es nervt mich so sehr, dass ihr den Arsch nicht voll bekommt.

Ich sehe, dass andere Menschen, die in Restaurats und Pizzerien arbeiten, verdammtes scheiß Weizenmehl und die Hefe brauchen!
Aber davon gibt es ja nirgendwo mehr was und wenn doch, wird mir jetzt an der Kasse gesagt, wieviel ich haben darf!
Mir wird VERBOTEN das einzukaufen, was ich BRAUCHE und nicht das, was ich einfach nur aus total unberechtigter Angst BUNKERE

Aber dann, auf der anderen Seite, geht ihr nach eiem Abend zu Hause alle an eure Fenster und klatscht, für was eigentlich?
Die Pflegekräfte sind euch sonst auch immer total egal und jetzt habt ihr sie heilig gesprochen?
Zur Info: Menschen, in diesem total unterbezahlten Berufen, wollen nicht euren scheiß Beifall, sie wollen mal endlich MEHR GELD für ihre Arbeit!
Statt dass ihr für Fußballclubs spendet, die alle bis an ihr Lebensende mit Geld ausgesorgt sind und dafür wirklich nichts weltbewegendes tun, spendet doch mal was für die Menschen, die sich wirklich tagtäglich den Arsch für euch aufreißen.
Im Radio heult ihr rum, weil ihr nicht meh rins Stadion dürft und Fußball EUER LEBEN ist.
Auch dein scheiß Fußball wäre nichts wert, wenn’s um’s Überleben ginge.

Ich sag‘ mal so: Uns geht doch hier SO GUT.
Wir haben doch alles und wenn jeder sich nur das nehmen würde, was er wirklich braucht, müsste man auch nicht morgens schon um sieben Uhr vor dem Laden stehen und beten, dass es noch scheiß verdammte Klopapier gibt!
Durch euer Handeln bleibt für die anderen nichts übrig.
Ich sehe abends kurz vor Ladenschluss noch so arme Seelen wie mich durch den Laden laufen, die einfach nichts mehr finden.
Letztens hatte der Typ neben mir an der Kasse nur eine Packung Spaghetti und eine Packung Salami gekauft.
Er tat mir so Leid, ich wollte ihn in den Arm nehmen.
Achso, ne sorry, berühren ist ja jetzt auch nicht.
Aber wenn wir an Karneval völlig fremden Menschen unsere Zunge ganz tief in den Hals stecken, ist das okay.
Ist ja auch Karneval, das ist ja Kultur, das muss so sein.

Jetzt geht’s aber noch eine Nummer härter:
Jetzt ist nicht nur Corona, sondern auch noch OSTERN!
ZWEI FEIERTAGE!
Das Gehirn schaltet auf Notstand: DOPPELT Einkaufen!

Ich blicke auf all das und weiß: Sollte es jemals zu einem ECHTEN NOTSTAND kommen, wären wir verloren.


Wir sind der Wind, nicht die Fahne.

Schon früh wird uns eingetrichtert, dass es nicht „normal“ ist, anders zu sein.
In der Schule waren diejenigen, die anders aussahen, eigene Interessen hatten, eine andere Musik gehört haben, Außenseiter.
Sie wurde außen vor gelassen, waren stets das Gesprächsthema Nummer Eins und man konnte wunderbar über sie lachen.

Anders aussehen, eine andere Meinung haben als der Rest der Welt – diese Eigenschaften scheinen für die Masse eine Kriegserklärung zu sein.
Die Schule lerht uns vielmehr, wie wir sein SOLLEN und es ist ein Märchen, dass es dabei um die Entwicklung unserer Stärken und individuellen Fähigkeiten geht.
Glücklicherweise habe ich noch Lehrer kennengelernt, die auch anders waren – und das warem die Besten.
Wir sollen lernen, Ja und Amen zu sagen, vor allem, wenn eine uns eine höher gestellte Person gegenüber steht.
Verwechsel das bloß nicht mit Respekt – Respekt kann ich auch haben, wenn ich jemanden zum Teufel jage.
Respekt und Unterordnung sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Wir sollen lernen, nicht zu hinterfragen, denn wenn man uns etwas erzählt, stimmt das natürlich ud wir müssen das automatisch hinnehmen.

Ich sage immer, man kann etwas nur dann wissen, wenn man es selbst erfahren, gefühlt, gesehen, gehört oder meinetwegen berechnet hat, oder selbst dabei war
(Und selbst dann, könnte deine eigene Wahrnehmung die Wahrheit ummanteln).
Nur dann, kannst du etwas wirklich wissen.
Alles andere basiert auf der Meinung, subjektive Wahrnehmung und Erzählung von anderen, die es meistens auch nur von dritter Hand haben.

Wir sollen so sein, wie man uns haben will (ich bewerte jetzt auch gar nciht, wer „man“ ist, obwohl mir da sicher einige Ideen einfallen würden).

Wie heißt es so schön?
„Ich mag dich, wie du bist“ – aber eigenlich auch nur, wenn es mir gerade in den Kram passt.
Menschen ändern hier und da ihre Meinung, ich sehe nirgendwo mehr Prinzipien.
Überall herrscht Doppelmoral:
Ja, Asyl ist okay, aber bitte nicht in meiner Nähe!
Bei Corona schließe ich mich zu Hause ein, aber Karneval feiern geht!
Ja, man sollte nicht verschwenderisch mit Lebensmitteln und Wasser umgehen – Dann aber jeden Tag Essen wegwerfen, weil man zu viel eingekauft hat und die Badewanne täglich voll machen!

Ich sehe mich um und finde keine Säulen mehr.
Alles ist austauschbar und bewegt sich durcheinander, ohne Linie.
Du fragst jemanden, nach seiner Meinung und morgen hat er schon wieder eine andere.
Versteht mich nicht falsch: Man darf natürlich seine Meinung ändern.

Aber Prinzipien bilden deinen Boden, geben dir Stabilität und halten deine Welt zusammen.

Aber nein, wenn die aus dem Frühstücksfernsehen etwas sagen, dann ist das bestimmt so!
Wenn in der Zeitung etwas geschrieben steht, dann glaube ich das erst Recht!
Und wenn meine plappernde Nachbarin etwas über meinen Untermieter erzählt, ist das wohl so.
Wir geben gerne die Verantwortung ab, an die Medien, an den Freund, an den Bäcker, an den Arzt.
Wir wollen die Konsequenzen unserer Entscheidungen nicht tragen und haben stets jemanden in Petto, den wir dafür beschuldigen können.

Dabei ist es so toll, die Verantwortung für sich zu tragen, für sich zu entscheiden. Niemals würde ich es jemandem überlassen wollen.

Unter dem heutigen Deckmantel der „Alternativen“ und der „Individualität“ – die funktioniert auch nur, wenn du so bist, wie man es gerne hätte.
Es ist leichter, gemocht zu werden, wenn man so ist, wie man sein soll.
Ich hatte immer schoneine Schwäche für das Einsame, für das Eigene, für das Sonderbare.
Denn genau diese sind diejenigen, die Leben in den verstaubten Verstand bringen.

Ich kenne viele Fahnen im Wind.

Aber, Mensch, WIR können der Wind sein.
Löse dich einfach von diesen Fesseln, die du lächelnd angelegt hast.
Gib‘ dir einen Ruck und sei mutig, der Wind zu sein.






Bei sich sein.

Erst einmal muss ich doch tatsächlich feststellen, dass sich trotz der derzeitigen Krise, mein Leben nicht maßgeblich verändert hat.
Ich bin gerne zu Hause und Einkaufen ist jetzt doch so viel besser, wo endlich der respektvolle Abstand gehalten wird, auf den sie sonst so scheißen.
Ich find’s nicht schlimm, dass die Straßen leer sind.
Im Gegenteil: Geht mal durch diese leeren Straßen spazieren.
Sicher, es hat etwas gespenstisches, aber auch befreiendes.

Zuhause ist es doch am Schönsten – das sagen immer alle.
„Zuhause hab‘ ich noch so viel zu erledigen, aber da komme ich einfach nie zu!“

Na ja, jetzt schon.
Ist doch toll. Aber das ist dann doch nicht so gewollt.

Denn Zuhause bist du mit dir und deinen Gedanken gefangen.
Du kannst dich nicht ablenken mit Parties, Menschen kennenlernen und dich über das Leben anderer austauschen.
Du bist jetzt allein, mit dir und deinen Gedanken.
Gegebenenfalls noch mit deiner Familie, deinem Partner oder deinen Kindern.
Du willst doch sonst immer mal Zeit für dich haben – ja nun – da ist sie.
Unendlich viel Zeit

Mir wird klar, dass sich für mich nichts ändert aber ich verstehe, warum es für so viele andere so eine Umstellung ist.

Wieso gehen wir immer am Wochenende saufen?
Wieso planen wir die Woche so, dass so viel Zeit wie möglich mit Veranstaltungen, Terminen und Kontakten vollgepackt ist?

Na klar, darunter sind auch Hobbies und Interessen – natürlich.
Aber diejenigen, die das so exsessiv betreiben, tun es, um von sich abzulenken.
Die eigenen Gedanken sind manchmal nur schwer zu ertragen – ist übrigens auch der Grund, warum man viel lieber über das Leben anderer spricht – achtet mal darauf.

Dabei ist es doch SO SCHÖN mal mit sich zu sein.
Einfach mal ganz bei sich.
Die innere Stimme zu Wort kommen zu lassen, nachzudenken oder auch einfach nichts zu tun.
Wie schön es ist, einen ganzen Tag NICHT ZU REDEN!
Das ist Gold wert.
Dies ist die Zeit, die unser Leben verlängert und besser macht.
Es kann so wunderbar sein, mal die Zeit so zu verbringen, dass man selber im Mittelpunkt steht.
Wenn man nicht immer irgendwas tun MUSS, sondern tun möchte.

Wir sind täglich umgeben von Zwängen, von MÜSSEN, von Sorgen und Pflichten, von Anträgen, Ämtern, „Bitte bItte“ – Sagen, sich selbst hinten anstellen und die eigene Meinung für die eines anderen vergraben müssen.
Das Handy ist immer an, wir sind immer online, auf Sendung, verarbeiten eine Million Informationen in einer Minute und können kaum abschalten.
Denn das kann man sich in unserer Welt nicht leisten.
Wer abschaltet, verliert den Faden.

Also macht ihr jetzt alle tolle Screenshots von euren Skype-Dates mit euren Freuden.
Meine Güte, also ich liebe meine Freunde, auch wenn ich die ein ganzes Jahr lang nicht sehen würde.
Ihr postet Bilder, wie ihr für eine Oma den Einkauf erledigt.
Immer seid ihr online, immer seid ihr erreichbar, imer wollt ihr zeigen, was ihr gerade macht.
Jetzt vielleicht noch mehr als zuvor, weil ihr jetzt zeigt, dass ihr alle brav zu Hause bleibt, wie man es von euch verlangt.

Mach‘ doch mal den Fernseher aus, schalt‘ das Radio ab, am besten den WLAN-Router.
Mach‘ es aus und höre mal in die Stille hinein.
Draußen zwitschern die Vögel, hast du das schon gehört?
Spüre mal die warme Sonne auf deinem Gesicht und lass‘ deinen Gedanken freien Lauf.

SEI MAL NICHT ERREICHBAR.
Sei einfach mal bei dir, mit dir und für dich.
Du siehst dich viel zu selten.
Verbring‘ doch mal Zeit mit dir und erzähl‘, wie es war.

Der Alltag ist schneller wieder da als du denkst und dann wünschst du dir, du hättest mal was Zeit für dich.

Be different und so

Wir sind alle unterschiedlich und das ist auch gut so.
Ich glaube, ich fände es auch echt anstregend, wenn es nochmal Jemanden wie mich gäbe.
Ich hab‘ schon genug mit mir zu tun und das reicht vollkommen.
Also, es ist gut unterschiedlich zu sein.
Ich find’s wirklich super!

Jeder Werbespot schreit uns entgegen, wir sollen anders sein als all die anderen!
Wir sollen so individuell und außergewöhnlich und speziell und besonders sein, wie sonst kein anderer!

Okay, alles klar.
Ich bin absolut werbungsresistent und ich habe auch seit einigen Jahren den Fernseher endgültig aus meinem Alltag verbannt. Genauso wie das Radio. Und die Zeitung.
ABER verschont bleibt man ja nie so ganz, im Gegenteil.
Youtube UNTERBRICHT ja mittlerweile sogar die Clips um uns irgendeine belanglose Werbung ins Hirn zu prügeln und man MUSS sie sich angucken, denn überspringen ist ja nicht immer drin.
Spotify geht mir total auf den Sack und von Facebook fange ich jetzt gar nicht an
Also bleibt man ja nicht wirklich verschont.

Okay, also, ich soll so super anders sein, als alle anderen.
Aber es ist doch so: Wenn’s alle machen, sind sie ja doch wieder alle gleich, oder?

Ich fahre an einer Bushaltestelle vorbei und sehe einen Haufen von Menschen, die alle gleich aussehen.
Alle haben verrückte Klamotten an, eine Mischung aus 80er, 90er Jahren mit einem Hauch von Omastyle und verrückte, abgefahrene Frisuren (Find ich toll! Ich kann nur zwei: Haare offen, Haare zu).
Alle sollen so unterschiendlich sein und möglichst verrückte Sachen tragen und ein bisschen wasted aussehen und müde und schick und sexy zur selben Zeit.
Das ist doch anstregend!

Die Message sollte doch eigentlich eine ganz andere sein:
Sei doch einfach du.
Einfach du. Du halt. Ohne etwas von anderen sein zu wollen, denn dann bist du eben weniger du.
Ich verstehe, dass es nicht leicht ist, bei dem Druck, den die ganzen Medien in unsere Hirne verbreiten wie eine Seuche.
Bleib‘ doch locker und sei du.
Ein Anderer ist niemals so wie du, wenn du du bist.
Es sei denn, du bist wie er, dann seid ihr gleich.

Wir sind ja auch alle gleich, aber am Ende doch anders.
Und DAS ist doch das Schöne.



Shiny Happy People

„Was gehen sie mir auf die Nerven: Diese Menschen, die immer lächeln.
Meine Güte, was nerven die mich!
Dieses breite Lächeln, vom linken zum rechten Ohr.
Bah!
Diese Menschen lächeln IMMER:
Es scheint als gäbe es keine andere Gefühlsregung in ihrem Leben.
IMMER sind sie glücklich und zufrieden und positiv und hell und bunt und gelassen und fernab von irgendeinem negativen Gedanken.
Mann, was geht ihr mir auf den Sack!
Es regnet und ihr strahlt wie ein Sonnenschein.
Die Welt geht unter, aber nicht für euch: Ihr seht immer das Positive, selbst da, wo es wirklich schwer fällt.
Scheiße ist auch manchmal einfach scheiße! Seht das doch endlich ein und hört auf, mir euer ignorantes Lächeln ins Gesicht zu prügeln“

, dachte ich so.

Und dann wurde mir bewusst: Ich beneide euch.
Wie schön muss es sein, immer etwas Gutes zu sehen.
Wie schön muss es sich anfühlen, immer gelassen genug zu sein, die Dinge zu akzeptieren wie sie sind.
Ich beneide euch um euer permanentes Glücklichsein.
Um eure positive Ausstrahlung, eure positive Kraft und euer verdammtes ganzes positives Leben!

Die Welt hat mich so geschafft, dass ich ganz verlernt habe, wie es ist, unbeschwert zu sein.
Es ist eigentlich nichts Tolles daran, immer einen Schritt voraus zu sein, zu wissen, was hinter der nächsten Ecke lauert und alles kritisch zu hinterfragen und jedem zu misstrauen.
Meine Gesichtsnerven sind ganz starr vom ganzen Grübeln und Denken und Hinterfragen und Misstrauen.
Ich stürze mich so sehr auf die Ungerechtigkeiten, dass ich das Gute manchmal viel zu wenig würdige.

Also ist es eigentlich so:
Eigentlich find‘ ich euch gar nicht kacke –
eigentlich find‘ ich euch echt super!



Der Gastes Missverständnis, Teil 2

Ich lebe zwar noch keine sechzig Jahre, aber wenn ich mir die Geschichten meines Großvaters und die, meiner Eltern anhöre, dann komme ich zu dem Entschluss, dass der heutige Gast sich wesentlich vom damaligen Gast unterscheidet.
Klar, Idioten gibt es immer und überall.
Aber der Umgang miteinander hat sich in vielerlei HInsicht verändert – ich würde es nicht bewerten wollen – aber fest steht, es hat sich verändert.

Ich kann nur von heute sprechen und wie ich und andere Menschen es erleben.
Ich würde allerdings darauf wetten, dass all diejenigen, die im jeglicher Art des Service arbeiten ganz genau wissen, wovon ich spreche.
Und mit dem Begriff „Service“ inkludiere ich jegliche Art von Dienstleistung.

Unser Restaurant öffnet um 18 Uhr.
Man muss sich auch eigentlich nicht dafür rechtfertigen, warum genau das die Öffnungszeit ist.
Selbst wenn die Uhrzeit 18.27 Uhr wäre, dann wäre das genau die Uhrzeit.
Keine Sekunde eher.
Jetzt fragt man sich vielleicht, wieso das so erwähnenswert ist.
Na, weil der Gast sich heutzutage scheinbar rausnimmt zu fragen, warum 18 Uhr.
„So spät machen Sie erst auf?“
Ich gucke in Gedanken auf meine Uhr. Ja, SO SPÄT UND WENN ICH KÖNNTE; WÜRDEST DU ERST UM 20 UHR KOMMEN DRÜFEN!
„Ja, also dann kommen wir um 18 Uhr!“

Gesagt, getan.
Wir sind Mitten in den Vorbereitungen für den bevorstehenden Freitagabend.
Die Tische werden noch gedeckt, die Getränke aufgefüllt, die Kerzen angemacht.
Es ist 17.46 Uhr und Gäste stehen schon vor der Türe.
Ich sag‘ mal so: Würde jetzt draußen die Welt untergehen, dann würde ich die Herrschaften sicherlich hinein bitten.
Aber hey, draußen geht die Welt nicht unter und wir sind nicht aus Zucker.
Also laufen die Vorbereitungen weiter, die Türklinke wird indessen des Öfteren hinunter gedrückt, um zu prüfen, OB SIE WIRKLICH GESCHLOSSEN IST:
Ja, ist sie.
Um Punkt 18 Uhr (wir haben die Kirche direkt nebenan und die Glocken läuten bei halber und voller Stunde) wird die Türe geöffnet.

Was passiert etzt?

Die Gäste stehen in der Türe beklagen sich, dass sie BEI DIESEM WETTER (Ich wiederhole, wir leben alle noch, es gab keinen Weltuntergang) draußen vor der Tür stehen mussten und wir erst um 18 Uhr für sie die Türe geöffnet haben, WENN SIE DOCH FÜR 18UHR RESERVIERT HATTEN!
Das sei unverschämt.

So, jetzt bitte: Wie geht ein normal denkender Mensch mit so viel Frechheit auf einem Haufen um, wenn er doch gleichzeitig in einer Rolle ist, in der Freundlichkeit und ein Lächeln zum Outfit gehören?
Keine zwei Sekunden im Laden und schon wird man von völlig Fremden angegriffen.
Keine zwei Sekunden, der Abend hat ja noch nicht begonnen, und schon gehst du mir auf den Sack!
Was soll das denn? Wie blöd bist du denn?
DU wirst VON MIR bedient – da müsste man doch meinen, dass man sich höflich anstellt.
Immerhn werde ich den ganzen Abend vor deinem Tisch rumtanzen und du möchtest doch, eine GUTE ZEIT haben und unser bevorstehendes, gemeinsames Verhältnis nicht so starten.

Das Telefon klingelt, ich hebe ab.
„Ja, hallo XY mein Name. Wir würden gerne am Dienstag bei Ihnen essen. Ich brauche dafür nicht reservieren, oder?“
Ja, also, was jetzt?
Du rufst an, willst einen Tisch, denkst aber, es sei nicht nötig zu reservieren.
Nehmen wir an, ich gäbe dir jetzt recht und du würdest nicht reservieren.
Du kämest am Dienstag hier an und spinnen wir doch mal weiter, der Laden wäre voll und ich hätte keinen Platz mehr zu vergeben.
Ja, dann würdest du mir doch die Hölle heiß machen!
Und das nur, weil du zwar schon am Telefon warst und nicht reservieren wolltest.

Also bitte du hast dir doch schon die Mühe gemacht anzurufen und mir die Information gegeben, dass du zum Essen kommen möchtest.
Jetzt bist du doch schon am Telefon, in einem Gespräch mit mir.
DANN RESERVIER DOCH AUCH DEN DOOFEN TISCH!


Es ist Sommer, die Terrasse ist eröffnet.
Jetzt kommen Gäste von draußen (Achtung! Diese Information ist sehr wichtig!) ins Restautant rein, um wieder raus zu gehen auf die Terrasse.
„Hallo, dürfen wir draußen sitzen oder wird das zu kalt?“
In Gedanken möchte ich dich nehmen und schütteln. Ganz fest.
Also du kommst gerade von draußen und wirst doch wohl noch wissen, wie das Wetter vor drei Sekunden war und fragst mich zudem nach einem Zustand in der Zukunft, den ich einfach nicht wissen kann
Ich bin nämlich ein normaer Mensch mit normalen Fähigkeiten und Vorhersagen sind nicht meine magischen Künste.
Aber ich kann jetzt schon vorhersagen, dass du mir heute Abend gewaltig auf die Nerven gehen wirst.
Egal, was ich auf deine Frage antworte: ich riskiere ja absolut, dass du dich beschwerst.
Woher soll ich wissen, was das Wetter in Zukunft gedenkt zu tun?
Woher zum Teufel soll cih wissen, ob du schnell, mittel oder langsam frierst?

Vier Gäste kommen rein, ohne Resevierung.
Ihnen wird ein Tisch zugewiesen.
Es ist kurz nach sechs Uhr abends.
„Hallo, wir müssten aber um 19Uhr schon weg sein.“
Puh, wie unentspannt.
Jetzt muss ich ,und natürlich der Koch, schauen obwohl ich noch andere Gäste habe, dass du und deine Truppe hier pünktlich raus kommt.

Ich erlebe solche Situationen und mir wird klar, dass der Mensch gerne die Verantwortung abgibt.
Wenn es regnet, dann ist es die Frau Schuld!
Wenn ich keinen Platz bekome, obwoh ich nicht reserviert habe, ist es die Frau Schuld gewesen!
Wenn ich sagte, ich muss um 19 Uhr weg sein und ich bin es dann nicht, ist es die Frau Schuld !
Aber wenn ich für 18 Uhr einen Tisch reserviere,das Restauant um 18 Uhr öffnet und ich um 18 Uhr hineingelassen werde, dann ist es ja WAS?

Liebe Leute,
habt doch einfach mal ’ne gute Zeit.
Man möchte doch meinen, dass man genügend eigene Sorgen hat – da braucht man doch nicht noch der Wetterfrosch und der Hellseher sein!

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