Tagesform.

Na klar kann ich einfach meine Sachen packen und morgen verschwinden.
Hier hält mich doch eh nichts! Dann lieber ’ne Hütte in einem verlassenen Wald, gar kein Problem für mich.
ich bin total minimalistisch, brauche kein Zeug, das man sich doch nur kauft, um fünf Minuten Glück zu emfpinden.
Dieser Kram hat keinen Wert für mich.
Ich bin gerne und gut darin alleine zu sein, höre gerne meiner inneren Stimme zu, lausche ihren Gedanken und atme friedlich vor mich hin.
Ich scheiß‘ auf das Morgen, auf das Gleich, ich lebe im Jetzt und bin ein absoluter Fan davon, den Augenblick einzuatmen und in vollen Zügen zu genießen.
So wie genau jetzt, in dieser einen Sekunde, wird es nie wieder sein.
ich lehne mich zurück und lasse der Welt freien Lauf.
Kontrolle gibt es nicht – endweder du gehst mit dem Lauf der Erde oder du regst dich darüber auf, dass es nie so läuft, wie du gerne hättest.
Am Ende der Reise wirst du feststellen, dass du nie Macht darüber hattest, was geschenen würde und was nicht.
Das Leben passiert und du passierst mit.
Ich habe keine Angst. Angst hindert mich daran, glücklich zu sein, also habe ich ihren schweren, dunklen Mantel abgelegt.
Ich habe keine Angst, vor nichts und niemandem.
ich habe keine Angst. Ich meine, wenn ich keine Kontrolle habe, lohnt es sich dann, ängstlich zu sein?
Mir ist scheißegal was du oder wer anders denken.
Es interessiert mich einfach nicht. Ich bin auch nicht neugierig.
Was andere machen, ist wirklich mein allerletzter Gedanke.
Leben und leben lassen, you know?
Ich heul‘ nicht rum, weil’s gerade mal scheiße läuft.
Na und? Heute regnet es und ja, vielleicht geht auch mal die Welt unter, aber irgendwo wird irgendwann die Sonne wieder aufgehen.
Ich kann so wie du sein, wenn ich möchte, aber ich möchte es lieber nicht.
Ich möchte lieber ich sein und manchmal dann doch lieber ein bisschen anders, aber niemals so wie du.
Ich schaue nicht in den Spiegel, ich sehe aus, wie ich nunmal aussehe.
Ich schminke mich nicht, ich gehe auch wie ein Eimer vor die Tür und es ist mir egal.
Meine Haare treffen schon seit immer ihre eigenen Entscheidungen und ich kann mich ihnen problemlos beugen. So wie man sich innerlich fühlt, strahlt man es nach außen – in meinem Fall: einfach FABELHAFT.
Und weißt du, wieso? Weil mir alles egal ist.
Dinge passieren und die Karten werden neu gemischt.
Ich bin nicht der Retter der Welt, nur der Retter meines eigenen Lebens.
Ich tue das, was mir gut tut und entferne die giftigen Gase der Menschen aus meinem Alltag.
Mit Idioten kann ich gut umgehen, ich meine, da gibt es so viele von.
Alles andere wäre doch Wahnsinn.
Ich nehme sie nicht ernst und dich auch nicht.
Weil es mich nicht interessiert.

Manchmal ist es so. Wirklich, manchmal ja.

Der Gedanke, mein Heim zu verlassen, macht mir Angst.
Ich bin gerne da, wo ich bin und ich liebe mein Zuhause und verdammt nochmal, es ist mein Zuhause!
Hier finde ich Frieden und manchmal finde ich hier auch Krieg, aber es ist mein Zuhause und der Gedanke, irgendwo ohne es zu sein, macht mir Angst, ja.
Eine Hütte im Wald? Mega geil, wäre ich sofort dabei, aber dann doch bitte in einem nicht so verlassenem Wald, nicht ganz so am Rande der Erde.
Gerne ohne Menschen, aber nicht so weit weg, dass ich, wenn ich mal Bock auf Zivilisation habe, keinen finde, der sie mir gibt.
Ich müsste ja erstmal üben, ein Feuer zu machen.
Und einen Hasen erschießen? Sorry, ich würde elendig vor die Hunde gehen.
Ich bin minimalistisch, ja schon, aber ich kaufe auch gerne Dinge, die mir gefallen.
Denn Geld ist Geld und ich gehe dafür arbeiten und ich gebe es aus für allerlei Kram.
Es gefällt mir, ich brauche es manchmal auch wirklich, aber eigentlich habe ich nur Gefallen daran und ich finde sparen spießig, wohlwissend, dass es absolut Sinn machen kann und ich wahrscheinlich irgendwann mein dickes Wunder erleben werde.
Oh und, ich bin wirklich gerne alleine.
Ich genieße jeden Moment der Ruhe, nehme ihn sanft und friedvoll in mich auf und versuche, jede Faser des Friedens in meinem Herzen abzuspeichern.
Wirklich, ich liebe das Alleinsein.
Ich liebe es meinen Gedanken nachzugehen – aber ey, manchmal kann ich meine innere Stimme auch echt nicht mehr hören!
Manchmal find ich’s einfach nur scheiße und bin so froh darüber bei Menschen sein zu können, die ich gerne habe.
Mit denen ich lachen und reden und Unsinn machen kann.
Mit denen ich glücklich bin.
Ich genieße gerne den Moment, aber eigentlich bin ich die meiste Zeit damit beschäftigt mir darüber Gedanken zu machen, was ich morgen anziehe, obwohl das Morgen noch weit entfernt ist.
Ich mache mir Gedanken, wie der Arzttermin morgen wohl verlaufen wird, male mir tausend mögliche Szenarien aus, gute und höllische (meistens höllische) gehe jeden hypothetischen, noch nicht im Ansatz stattgefundenen Dialog im Geiste durch und habe am Ende meiner Gedanken schon die nächsten 3 Wochen geplant.
Mann, das ist wirklich anstregend und ich möchte doch wirklich den Augenblick mal empfangen und würdigen, aber es ist doch immer etwas zu tun und zu regeln.
Ich hasse es, keine Kontrolle zu haben. Ich hätte gerne, dass alles so passiert, wie ich es mir vornehme.
Ich plane gerne meinen Tag durch, ich meine, wenn etwas Nettes dazwischen kommt, gar kein Problem!
Aber solche Aktionen, die meinen Tag, meinen Rythmus durcheinander bringen, sind einfach nur scheiße und ich hasse hasse hasse es, dass ich nichts dagegen tun kann.
Ich kann entspannt, sein, ganz locker easy, ey wirklich, gar kein Problem, aber meistens habe ich Angst.
Ich habe vor Nichts und vor allem Angst.
Manchmal kann ich sie gut bei Seite schaffen, verdrängen, ignorieren, sogar akzeptieren.
Aber wieder manchmal hüllt sie mich ein, verschlingt mich und zieht mich in ihren schwarzen Bann.
Und ja, du bist mir echt egal, aber ja, es interessiert mich ja auch, was du denkst. Manchmal. Manchmal sogar zu viel.
Manchmal nehme ich mehr Rücksicht auf dich und deine Gefühle, weil ich einfach, keine Ahnung, ein netter Mensch bin.
Ja, ich bin nett und es fällt mir einfach schwer dir ins Gesicht zu sagen, dass du scheiße bist.
Ich kann’s einfach nicht. Manchmal ja, aber eigentlich auch nicht.
Ich bin zu eitel, manchmal.
Da muss einfach alles sitzen, sonst verlasse ich das Haus und fühle mich wie eine Katastrophe und alle schauen natürlich mich an und denken „Oh mann, die sieht ja aus wie eine Katastrophe!“.
Leben und leben lassen? Absolut.
Aber wenn du ein schlechter Mensch bist, ich meine, wirklich ein Kackhaufen von Mensch, dann kann ich nichts Gutes für dich empfinden und ich gönne dir kein Glück der Welt.
Ist das egoistisch? Nein, denn wie du weißt, bin ich ein netter Mensch und ich würde einem guten Menschen, einem Fremden, das beste Leben wünschen.
Ja, so gut bin ich, Aber manchmal bin ich auch ein Ego und wenn ich etwas haben möchte, dann versuche ich es schon.
So ein bisschen. Manchmal.
Ich teile gerne, doch, schon.
Aber wenn’s die letzten Chips in der Tüte sind, dann fällt es mir wirklich schwer.
Denn ich will sie haben!
Ich bin auch gerne ich, bin ich wirklich, aber manchmal wäre ich doch ein bisschen gern wie du.
Nicht aus Neid, sondern weil ich dich vielleicht bewundere.

Ich bin gerne ich und manchmal auch nicht.
Manchmal ist es anstregend, oder?
Immer diese Gedanken, dann die Leere, dann die Schlagfertigkeit und der Mut, mit glänzendem Abschluss in Selbstzweifeln.

Ich weiß doch, es ist halt manchmal tagesformabhängig.
Und manchmal geht es mir einfach nur auf den Sack!

Die zweite Seite der Medaille.

Es ist doch so: Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit – so auch Du und ich.
Jede dieser Wahrheiten sind subjektiv, das sind sie immer.
Deine Meinung, dein Wissen ist subjektiv. So auch meins.
Dass es bei so vielen unterschiedlichen Menschen auf dieser Erde dazu kommt, dass man nicht auf Anhieb, vielleicht auch niemals, den gleichen nenner findet, ist doch sehr wahrscheinlich.

Gut, soweit – alles kein Problem.
Immerhin leben wir in einer so modernen Zeit, dass wir damit umgehen können, oder?
Wir leben in einer Welt, in der es doch sogar angepriesen wird, es wird dazu aufgerufen, anders zu sein.
Wer anders ist, ist doch auch irgendwie besonders!
In unserer tollen, wunderbaren Welt, ist deine Herkunft, deine Hautfarbe, deine Sprache, deine sexuelle Orientierung, deine Religion egal.
Es ist egal, wo Du oder ich herkommen, wir werden in dieser Welt so angenommen, wie wir sind. Was auch immer wir denken mögen.
Leben und leben lassen.
Hier bringt jeder Nachbar den Müll pünktlich an die Straße, mäht seinen rasen, grüßt vorbeigehende Fremde und freut sich für das schicke, nagelneue Auto des Freundes.
Hier darf jeder seine Meinung sagen, ganz ohne Probleme.
Niemand wird ausgeschlossen, niemand wird entlassen, weil er krank ist und niemand wird aus der Schule gemobbt, weil er dem Lehrer nicht tief genug in den Arsch kriecht.
Niemand wird benachteiligt, uns geht es hier allen wunderbar.
Wir gehen hin, wo wir wollen, machen Urlaub, wo wir wollen, können uns das neuste Smartphone und die neue Lederjacke leisten, gehen ins Kino oder auf ein konzert oder versacken bei einem Bier mit den Jungs in der Kneipe.
In dieser Version der Welr, die wir krampfhaft versuchen wie eine bunte, wunderschöne Seifenblase nicht zum Platzen zu bringen, leben wir frei.
Frei von Urteil oder Diskriminierung oder Ausgrenzung.

Ich wünschte, ich könnte zu hunderprozent unterschreiben, dass es genau so ist. Denn in diesem Abbild der Wirklichkeit würde ich mich gut aufgehoben fühlen.

Aber ich fühle mich nicht gut aufgehoben.
Ich fühle mich nicht akzeptiert und auch nicht toleriert und schon gar nicht fühle ich mich frei.

In der Welt, in der wir tatsächlich leben, ist die Seifenblase und der Traum nach Freiheit geplatzt.
Wir wünschten uns, es wäre anders, aber die Realität, meine Realität, ist eine andere.

Meine Realität ist grau (und das nicht nur weil ich hier Mitten in einem Regenloch lebe) und voller Einsamkeit und Ignoranz und Missgunst.
In meiner Realität sehe ich leere Straßen und volle Einkaufswagen.
Ich sehe Kinder, die in Schulklassen frieren und trotz der vorgeschriebenen Abstände während des gesamten Schultages Masken tragen müssen.
ich sehe eine alte Frau, die ihre Schritte nur so schon schwer mit dem Rollator schafft und trotzdem eine Maske im Gesicht trägt.
Ich sehe Beschriftungen und Beschilderungen vor allen Geschäften.
In meiner Wirklichkeit sehe ich geschlossene Cafès und Restaurants, die verlassen und still vor sich hinvegetieren.
Ich sehe Panik, Angst und Unmut in den Augen, aber niemand sagt ein Ton.
Hier, in meiner Welt, gehen an einem Wochenende NEUN Anrufe bei der Polizei ein, weil Eltern mit ihren Kindern auf einer Wiese im Schnee spielen und Schlitten fahren.
NEUN ANRUFE WEGEN KINDERN IM SCHNEE.
In meiner Welt ist der Alltag kalt, er ist geschmückt mit Tests, die gemacht werden und zwar in Mengen, wohlwissend, dass sie nicht zuverlässig sind und Radiosendungen, die alle fünf Minuten vom Graus da draußen auf den Straßen sprechen – doch ich blicke raus und sehe nichts davon.
Kein Graus, keine Krankheit, die an Türen klopft und keine, die ewig lang in der Luft darauf wartet, dich oder mich anzustecken.
In meiner Welt gibt es Kontrollen und Vorschriften und Regelungen und Maßnahmen – aber keine Grundrechte mehr.
Hier kann die Polizei einfach bei dir klingeln und kontrollieren, wie viele und welche Personen BEI DIR zu Hause sind.
Das dürfen sie, wenn ein Verdacht besteht, dass gegen die Maßnahmen verstoßen wird. Und das wird dann mächtig teuer!
Meine Realität spricht von Ausgangssperren, von Kilometerbeschränkungen, von Besuchseinschränkungen und von Impfpflichten.
In mener Realität ist es still, nirgendwo läuft Musik. niemand lacht und die Lichter in den lokalen und Geschäften sind erloschen.
Man hört nur die Stimmen aus den Fernsehern, Smartphones und Radios, die uns Angst zuflüstern und von uns erwarten, dass wir jegliche Bewegung in unserem Leben einstellen.
In meiner Welt werden Menschen, die eine kritische Meinung zu genau diesen Themen haben, als Nazis oder Reichsbürgern bezeichnet.
Sie werden gar nicht zu Wort gelassen und es wird nicht ein Moment inne gehalten, sich noch nicht einmal darum bemüht, ihnen zuzuhören.
Das sind ja auch Nazis, wer hört denen schon zu?

Diese Realität hat sich unerwartet, aber schnell aufgebaut und ich komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.
Es fällt mir so schwer zu verstehen, dass heute noch Menschen daran glauben, dass es gut ist, Zuhause eingesperrt zu sein.
Dass es gut ist, die Familien und diejenigen in den Heimen und Krankenhäusern nicht zu besuchen.
Geburten, wo der Vater nicht dabei sein durfte und Menschen, die alleine in ihren Krankenhausbetten verstorben sind, weil die Angehörigen nicht zu ihnen gelassen wurden.
Hochzeiten, aktuell natürlich nur beim Standesamt möglich und dann nur zu zweit.
Die Braut und der Bräutigam – Ende.
Keine Kindergeburtstage und wenn doch, dann wurden diese erfolgreich von der Polizei aufgelöst und was sagt man dazu?
Gut gemacht, denn diese Kinder hätten ja noch Millionen von Menschen anstecken können!
Kindern, denen erzählt wird, dass sie ihre Großeltern und Eltern schwer Schaden können, wenn sie die Masken nicht tragen.
FRIEDLICHE Demonstrationen mit Menschen, die für Freiheit und unsere Mündigkeit auf die Straßen gehen, werden mit Wasserwwerfern von der Polizei beendet.
Auch beim Schreiben fällt es mir schwer, nicht den Kopf zu schütteln.

Verstehst Du denn nicht, dass hierbei nicht nur um mich, um meine Zukunft geht?
DU sitzt verdammt nochmal mit mir im Boot und es hilft nicht, wenn du mit dem Strom die Klippe hinunter schwimmst.
Schwimm gegen den Strom! Mach nicht einfach nur aus Bequemlichkeit und schon gar nicht aus Angst das, was andere von dir erwarten.
Sei Anders, sei Besonders.
Es ist auch deine Freiheit, deine Zeit, die dir einfach so vom Lebenskonto abgezogen wird.

Es ist nicht alles rosig und nicht immer schön und schon gar nicht kann man immer alles und jeden akzeptieren.
Dafür sind wir zu viele Wirklichkeiten, das funktioniert nicht.
Scheiße bleibt nunmal scheiße – und wenn es gerade so ist, dann wird man das auch genau so sagen dürfen.

Niemand hat Schuld an dieser Situation – allerdings, wenn wir noch länger nur Nicken und Abwarten, was passiert, werden wir morgens nicht mehr in den Spiegel blicken können.

Es ist doch nun lange klar, dass etwas, was zu viele Fragen aufwirft, zu viele Ecken und Kanten hat und gegen dein Leben, deine GESUNDHEIT geht, gegen dein Glücklichsein ist – dann kann das nicht gewinnbringend sein.
Und mal so nebenbei: Ich höre weder Radio, noch schaue ich Fernsehen.
Wenn ich es also nicht über Erzählungen gesagt bekommen hätte, hätte sich für mich auch niemals etwas geändert.
Ich hätte weitergelebt, ganz normal.
Und du übrigens auch.
Der Fernseher hat dir gesagt, was da draußen ist und du hast es geglaubt.
Hättest du, hätte jeder aber einfach nur aus dem Fenster gesehen, wären wir heute nicht in dieser Situation.
Ein Arzt kann dir nicht sagen, wie du dich fühlst.
Du kennst deinen Körper am Besten, nur du weißt, wie es dir geht.
Und so ist es auch hier: Der Fernseher hat dir gesagt, du sollst Angst haben, also hattest du Angst. Und hast sie vielleicht immer noch,

Niemand kann mir sagen, dass er glücklich ist mit dieser Realität, mit dieser Welt, zumindest nicht in der, in der ich lebe.
Aber jeder ist seines Glückes Schmied, oder nicht?
Wenn wir alles nur passieren und über uns ergehen lassen, wird nichts Gutes auf uns warten.Versteh‘ doch: Es kann uns nur weggenommen werden, weil wir es zulassen.

Wir versuchen in unserem Leben alles, um es zu genießen, um es gut zu haben, um zu lieben und beieinander zu sein.
Wir achten unsere Körper (oder auch nicht), versuchen jedes tolle Konzert, jeden wunderbaren Urlaub und jeden Moment voller Glück in uns zu halten und dann aber wofür?
Wenn uns alles mal eben so weggenommen werden kann.
Leben bedeutet immer Risiko – aber das nehmen wir jeden tag mehrmals in Kauf.
Wir gehen über die Straße, steigen in unsere Autos, reisen in Zügen und Flugzeugen, gehen spätnachts alleine durch dunkle Gassen.
Wir sind uns nicht darüber im Klaren, aber jeden Tag riskieren wir unser Leben und nehmen es in Kauf – eben UM ZU LEBEN.
Übrigens, auch über dein Zuhause könnte ein Flugzeug abstürzen.
Sicher bist du nirgendwo, Sicherheit ist nur eine Illusion, die wir gerne hätten.
Aber so ist es nicht.
Jetzt hast du Angst, um dein Leben? Jetzt, im Ernst?

Krank werden wir nicht zwangsläufig durch einen Virus –
krank werden wir aber hundertprozent durch Einsamsein und Angst und das Gefühl von Machtlosigkeit.

Worte verändern nicht die Welt, daran glaube ich nicht mehr.
Aber sie helfen, meine Welt, wenn auch nur für einen Moment und womöglich auch nur für mich, für einen Moment lahmzulegen und zu vergessen, wie kalt es da draußen ist (und das nicht nur, weil Ende Januar ist).

Es gibt immer eine zweite Seite der Medaille.
Sie kann hässlich sein, verschrumpelt und ganz anders aussehen als die erste, aber es gibt sie.
Und auch wenn sie oft im Schatten gelassen wird, ist sie es wert, dass man sich sie ansieht.




Das wird man doch wohl noch sagen dürfen – Oder?


Nein. Die Antwort ist hier ganz klar Nein.
Beziehungsweise, Doch klar, Du kannst sehr gerne sagen, was Du denkst, aber wenn es nicht in den kollektiven Kram passt, dann nein, dann zählt dein Wort gar nichts (und wir hier im Westen hetzen über mittelalteriliche Lebensweisen, wo die Frau weniger wert ist als ein Esel – da wurde wohl wieder einfach vergessen vor der eignen Haustüre zu kehren).

Man muss ja zugeben, da waren schlaue, sehr schlaue Menschen am Werk.
Sie haben ein links und ein rechts geschaffen.
Sie haben eine Meinungsfreiheit, nein, die Illusion einer Meinungsfreiheit geschaffen, in der am Ende ja doch nur eine Meinung zugelassen wird.
Wenn es beispielsweise um die Frage links oder rechts geht, ist stets links die einzig richtige Antwort, die einzige Wahl, denn wenn man rechts ist, ist man immer der Feind.
Was soll eigentlich die ganze Geschichte mit dem Linkssein und dem Rechtssein?
Lassen wir mal die Geschichten aus dem Naziregime sein, die haben wohl alle gehört (nein, damit möchte ich das scheinbar Geschehene nicht abwerten, ich fühle mich nur absolut nicht davon betroffen und jeder, der nicht da war, sollte sich ebenso NICHT BETROFFEN fühlen und also aufhören immer alles so unglaublich persönlich zu nehmen), reden wir doch stattdessen mal vom HEUTE, denn hier kann doch nun wirklich jeder von Uns mitreden.

Ich habe mich politisch niemals interessiert, geschweige denn engagiert.
Ich fand immer, dass es eigentlich egal ist, wer das Sagen hat,, denn bekannterweise verkacken sie es am Ende eh immer und halten keines ihrer Versprechen.
Es geht nur um Macht, um Geld, um Macht und Geld.
Und am Ende haben diejenigen, die scheinbar das Sagen haben, doch nicht das Sagen, sondern werden von anderen Mächtigen geführt, die wirklich das Sagen haben.
Die Welt ist für die Reichen – so war es doch eigentlich immer.
Trotz meiner Abneigung gegenüber Politikern konnte ich immer eine ganz klare Lebensweise und Überzeugung leben: Leben und leben lassen.
Mich hat es nie interessiert ob jemand eine andere Hautfarbe hat, eine andere Sprache spricht, vom Mond kommt, Muslim oder E.T., Transgender irgendwas ist oder nicht.
Solange Du, wer auch immer Du bist, auch mich in Frieden lässt, so wie ich dich in Frieden lasse, ist mir alles von dir egal.
Es zeichnet dich nicht aus, es schränkt dich und mich nicht ein.
Außerdem bin ich absolut dafür, dass alles im Gleichgewicht bleibt, dass es Gerechtigkeiten gibt und bin erstmal immer auf der Seite des Angeklagten.

Nun, was würdest Du jetzt sagen? Du würdest doch meinen, dass meine Handlungen und Gedanken doch sehr stark linksorientiert sind, oder?
Hm.
Ich schaue mich um und sehe wie die Linken heutzutage agieren, wie sie sich verhalten.
Ja, auf den ersten Blick scheinen einige der Kriterien vorhanden zu sein.
Hm. Auf den zweiten Blick sehe ich, dass diejenigen, die von der Antifa sein sollen, nichts als Zerstörung hinterlassen.
Die sogenannten Linken zünden Feuer, beschimpfen alles, was nicht so ist wie sie (wodurch doch das Linkssein eigentlich aufgehoben wird, oder? Minus und Minus ergibt stets Minus!).
Entweder du bist genauso wie sie, oder du gehörst zu den Falschen.
Zu den Anderen.

Schau doch mal, was im Heute passiert?
Wir werden von einer (offenkundig sehr fraglichen) demokratischen Partei regiert, die aber alle diejenigen, die andersdenken, ausgrenzt, diskriminiert und auf Papier oder im Netz als rechtsradikale, gegnerische, esoterische, gefährliche Querdenker abstempelt.
Siehst Du das nicht?

Wir leben in einem absoluten Linksextremismus und, entschuldige bitte, aber jegliche Extreme gehen zu weit – ist doch nun total egal ob in die eine oder andere Richtung.
Yin und Yang bekämpfen sich nicht, sie ergänzen sich.
Wir hingegen sind mit unserem links und rechts ständig im Krieg und lassen nicht zu, dass miteinander gesprochen wird.
An dieser Stelle ist es wirklich empfehlenswert sich einige Reden aus unserem demokratischen Bundertag anzusehen, wo Redner aus der AfD (ich möchte es hier wirklich nur sachlich benennen und NICHT BEWERTEN), ständig unterbrochen werden (und kurz zur Info: die AfD ist die einzige Partei, die von Anfang an gegen die Masken und gegen diese absurden Maßnahmen war). Sie bekommen gar nicht die Mögliochkeit zu Wort zu kommen, währned ein Gesundheitsminister, der uns beinahe das ganze Jahr zu Hause eingesperrt hat, viel zu viel reden darf.
Es ist nicht in der Waage und das ist schlecht.
Nicht in der Waage sein, ist immer schlecht.
Es bringt keinen Frieden, es bringt immer wieder Krieg.

Und wir sind mittendrin, weißt Du das?

Nun haben wir zwei weitere Extreme – sie haben sie geschaffen.
Nun haben wir die Corona-Leugner (die übrigens nicht Corona leugnen, sondern die gesetzeswidrigen und freiheitsberaubenden Maßnahmen anfechten), rechtsoffene Reichsbürger und Querdenker auf der einen und die regeltreuen, gehorsamen, beschützenden Bürger auf der anderen Seite.

Merkst Du, was hier passiert?

Die Erstgenannten werden direkt im Ausdruck schon negativ dargestellt.
Auch wenn Du keine Ahnung hast, worum es geht, hast du direkt einen schlechten Eindruck von diesen Menschen.
Die zweite Gruppe hingegen scheint als seien sie die Opfer dieser Tage.
Wie man etwas schreibt, sagt, hört hat ganz viel Einfluss darauf, wie wir etwas in unser Bewusstsein aufnehmen und abspeichern – der Ton macht die Musik.

Also – nun haben wir eine neue Gruppe, die ausgegrenz wird.
Heute geht es nicht mehr um Ausländer, Rassisten, Homosexuelle, Farbige, Behinderte – nein, heute sind es verdammt nochmal diese verdammten Corona-Leugner! Wegen denen steigen die Zahlen doch täglich so hoch an! Nur weil die alle nicht zu Hause bleiben und keine Maske tragen, das ist doch wirklich nicht viel verlangt! Das ist doch wirklich kein hoher Preis den wir für unseren Schutz, für unsere Sicherheit zahlen müssen!
Hoffentlich sind bald die Impfungen da, damit wir alle geschützt sind und wieder ganz normal zum Alltag übergehen können!
(übrigens – wir haben ja schon einen neuen, gefährlichen, sich schnell verbreitenden Virus – merkst Du was?).

Es wird niemals wieder so sein, wie vorher.
Sie haben uns das höchste gut genommen: das Versammlungsrecht.
Das Recht, für eine Überzeugung auf die Straße zu gehen.
Die Unantastbarkeit des Menschen, des eigenen Körpers.
Uns wurde ein Jahr genommen, ein ganzes Jahr.
Und ab jetzt können sie sich alles nehmen, wann und wie lange sie wollen, denn wir haben es zugelassen.
Wir haben sie eingelassen und nun können sie machen, was immer sie wollen.
Ab jetzt kann es jederzeit einen neuen, tödlichen Virus geben (die konnten übrigens immer schon tödlich verlaufen,VOR ALLEM bei vorerkrankten und älteren Menschen, das ist nichts Neues).
Sie können uns immer wieder zwingen zu Hause zu bleiben, unsere Eltern oder Großeltern nicht zu sehen oder in den Heimen nicht besuchen zu können.
Sie können uns immer wieder dazu zwingen unseren Kindern während des gesamten Schulaufenthaltes eine Maske über das Gesicht zu ziehen.
Sie können uns nun zu jeder Zeit dazu bringen, das zu tun, was sie wollen, in unserem gutmütigen, naiven Glauben, es wäre für unsere eigenen Sicherheit.

Leider ist es so, dass wir viel zu verwöhnt von der Welt sind.
Wir haben alles, was wir brauchen und noch viel mehr.
Sollte mal wirklich die Apokalypse nahen, würden locker 60 % der Bevölkerung schon nur deswegen sterben, weil sie nicht wissen, wie man ohne Feuerzeug ein Feuer machen kann oder würden ohne die zehn warmen Kuscheldecken elendig erfrieren oder sich bei dem Traumata von der nächsten Brücke fallen lassen.
Wir sind nicht mehr dafür gemacht zu überleben.
Wir leben vor uns hin, kriegen vom Leben doch nicht mehr wirklich etwas mit, weil wir ständig nur von unseren Smartphones und Social Media abgelenkt sind.
Wir sind doch schon lange gar nicht mehr wirklich da und sind einfach nicht dafür gemacht uns Gedanken um’s Überleben zu machen.

Stattdessen machen wir uns Gedanken darum, bei jedem Restaurantbesuch (lang ist’s her) unsere Daten korrekt und vollständig ausgefüllt in das, mit der Speisekarte beigelegte Formular, zu füllen.
Da fallen mir jetzt spontan doch zwei Sachen ein:
Erstens, wie war das alles mit dem Datenschutz?
Und zweitens, wollten wir nicht die Welt verbessern und weniger Bäume fällen?
Tja, so viel Papier, wie in diesem Jahr absolut verschwenderisch über die Bühne gegangen ist, wurde, glaube ich, noch nie vergeudet.
Und von den Masken möchte ich gar nicht erst anfangen.
Weißt du nämlich, wo die landen?
Im Meer, so wie unser ganzer menschlicher Abfalll – aber na ja, wen interessiert das schon. Ist doch zu unserem Schutz und dafür muss man doch die ein oder auch gerne andere Hürde in Kauf nehmen.
Der Zweck heiligt hier alle mal die Mittel.

Nein, das alles darf man heute nicht mehr sagen.
Man darf es nicht sagen, denn damit bekommt einen Stempel aufgesetzt und wenn diese Gesellschaft etwas ganz hervorragend kann, ist es das Abstempeln.

Ich gehe durch die Straßen und bin schon gar nicht mehr wütend oder schockiert. Ich bin traurig. Mir fehlen die Tage, an denen man sich noch keine Gedanken machen musste, ob man die Straßenseite wechseln sollte, ob man die blöde Maske dabei hat (denn andernfalls kommst du einfach nicht in den Laden) oder ob man im Supermarkt zwei Einkaufswagen braucht, obwohl man aus einem Haushalt ist.
Und Tatsache ist: Ohne Einkaufswagen ist man nicht nur schneller aus dem Laden raus, man behindert weder sich noch andere damit.
Aber nein, wir werden zu lächerlichen Hampelmannaktionen gezwungen und so langsam fällt mir nichts mehr dazu ein.

Ich bin traurig, dass ich nicht sagen darf, was ich denke.
Ich werde verurteilt, nicht für eine Meinung.
Denn hier geht es nicht darum, ob man lieber chinesisch oder italienisch essen möchte.
Es geht nicht um eine Meinungsäußerung, nicht um eine Lieblingsfarbe.
Es geht um Richtig und Falsch und das was hier passiert, IST falsch.

Ich habe genug Berichte von Menschen gehört, deren Familienmitglieder einsam und allein in Krankenhausbetten verstorben sind.
Ich habe von solchen gehört, die Zuhause verstorben sind und in der Sterbeurkunde als Todesursache Corona benannt wurde – und du kannst nichts dagenen tun.
Ich sehe alte Menschen, die ihre letzten Zeiten auf dieser Welt spazierend mit einer Maske verbringen. Das wöchentliche Kaffeetrinken mit den Bekannten fällt weg.
Sie haben nur sich und das Fernsehen, das, wie wir doch nun wirklich jetzt mal begreifen sollten, uns nicht annähernd wahrheitsgemäß informiert.
Ich sehe, dass ein RKI total absurde Zahlen nennt und das ihr Sprecher noch nicht einmal einen Doktortitel hat.
Ich sehe, dass solche, die etwas dagegen gesagt haben, denunziert und als rechtsradikal abgestempelt wurden.
Ich höre von Bekannten, dass ihnen das Ordnungsamt von den Nachbarn aufgehetzt wurde, nur, weil sie ihre Familie zu Besuch hatten.
Ich sehe, wie Polizisten Menschen auf der Straße umzingeln und eine viel zu hohe Geldstrafe aufbürgen, weil sie AN DER FRISCHEN LUFT mal eben die Maske abgenommen haben.
Seit wann ist frische Luft schädlich?
Seit Jahrhunderten rät jeder verdammte Arzt dazu, sich mehr an der frischen Luft aufzuhalten und heute ist sie unser Todesurteil?
Ich sehe Mütter, die ihren kleinen Kindern mahnend mit dem Finger aufzeigen, dass sie die Masken zu tragen haben.
Ich sehe, dass ein Mann mit einem ärztlichen Attest trotzdem die Post nicht betreten darf – du MUSST eine Maske tragen.
Ich sehe Ärzte und Anwälte, die sich für unser Wohl, für unser Recht und für unsere Freiheit zusammenschließen und sprechen und was passiert? Auch sie werden entweder denunziert, sind geistig verwirrt oder werden im Mainstream gar nicht erst genannt.l

Ich sehe so Vieles, was nicht im Gleichgewicht ist.
Egal, in welche Richtung es nun geht.

Uns wird das Wort verboten, sobald es nicht in das Gesamtkonzept passt.
Obwohl es doch hier wirklich uns ALLE betrifft – es geht um die Freiheit von Dir und MIr. Wieso siehst Du das nichr?

Wieso ist dir jetzt plötzlich dein Leben so wichtig, wo Du dich doch sonst nur von Fast Food ernährst, was bewiesenermaßen deine Lebenserwartung senken kann?
Wo seid ihr, all die Raucher und Trinker?
Weißt Du, dass die Zahlen der Alkoho- und Lungenkrebstoten viel höher ist, als jetzt die sogenannten „mit oder an“ Coronatoten?
Nein, das weißt Du nicht, denn diese Todeszahlen werden uns ja nicht täglich Jahr für Jahr um die Ohren geworfen.
Wo sind all die Übergewichtigen, die sich in ihren Betten vergraben und nichts dafür tun, ihr Leben zu verbessern? All diejenigen, die ihrer Gesundheit tagtäglich den Mittelfinger zeigen?
JETZT ist euch euer Leben heilig und gleichzeitig auch noch das des Anderen?

Seltsam.
Wobei eigentlich nicht, denn ich weiß, woher diese Ansichtswende kommt.
Euch wurde gewaltig Angst gemacht, uns allen.
Für Zigaretten und Alkohol wird ja noch Werbung gemacht – gibt ja Geld für den Staat.
Da wird uns keine Angst und Panik im TV oder Radio gemacht, wieviele Menschen daran sterben.

Aber jetzt sollen wir Angst haben. Es soll so sein.

Du suchst einen Schuldigen dafür? Jemanden, der verantwortlich ist für diese Situation?
Schau in den Spiegel – auch Du gehörst dazu. Und ich.

Wir könnten das alles hier beenden, wenn wir alle, jeder von uns einfach ab Jetzt keine Maske mehr trägt. Wenn wir unsere Läden wieder öffnen und den Unterricht wie gewohnt aufnehmen. Wenn wir weitermachen, wie bisher, retten wir unser Leben und das des Anderen.
Damit kannst du helfen.
Indem wir uns wieder sehen, umarmen und einiander respektvoll in die Augen schauen und ein Lächeln austauischen.
„Ein Volk sollte keine Angst vor der Regierung haben – eine Regierung sollte Angst vor dem Volk haben“ – so ist es. Wenn wir alle zusammenhalten würden, könnte uns nichts passieren.
Aber indem wir alle einfach alles abnicken und hinnehmen, ohne es zu hinterfragen (und, entschudlige bitte, aber das wird man doch mal dürfen!) – dann wird unser Normal wie wir es kennen, eine staubige Erinnerung sein.

Aber das alles darf ich ja gar nicht sagen oder denken oder meinen, denn dann bin ich möglicherweise auch rechtsoffen, ein Reichsbürger oder sogar verrückt.
Das alles könnten sie sagen und Du wirst es glauben.

Oder?

Die innere Stimme.

Ich bin keine Anwältin, keine Ärztin und sicherlich keine Politikerin.
Ich habe keine Studien durchgeführt, keinen wissenschaftlichen Durchbruch erzielt und keine Gesetze aufgestellt.
Ich weiß vieles nicht mit absoluter tausendprozentiger Sicherheit.
Ich weiß vieles nicht so, dass ich es mit mathematischen oder physikalischen Formeln unterlegen könnte.
Vieles weiß ich nicht.

Ich weiß dafür aber etwas anderes.
Ich weiß, dass ich einen gesunden Menschenverstand besitze.
Das mag einige vielleicht jetzt nicht sonderlich überwältigen, aber heute ist er einer der wichtigsten und seltensten Güter der Menschheit geworden.
Ich bin immer im Austausch mit mir selbst – ich und ich führen ständig Konversationen über Gott und die Welt und jetzt auch über das verrückte Jahr 2020.
Wir führen Diskussionen, manchmal höre ich mir aber auch nur zu.
(Falls es jemanden beunruhigen sollte: nein, es ist nicht das Reden multipler Persönlichkeiten miteinander – ich höre nur eine einzige Stimme und das ist meine eigene).
Ich frage mich, ob ihr euch auch mal zuhört.
Habt ihr auch die Stimme eures Ichs im Kiopf, die euch zuspricht oder euch von etwas abhält?
Kennt ihr das Gefühl im Bacuh, das euch eine zweite Meinung einbringt?
Habt ihr keine Konflikte mit euch selbst, reflektiert ihr nicht auch euer Tun und vor allem, euer Nichttun?
Wo ist euer Menschenverstand, wenn die Welt drauf und dran ist, den Hang in gewaltiger Geschwindigkeit runterzupreschen?
Wo ist euer Instinkt, wenn versucht wird, euch das Leben zu nehmen?
Wo sind eure Stimmen, wenn das Unsichtbare euch zwingt, euren Alltag so zu verändern, dass wir ihn nicht wiedererkennen?

Ich muss keine Anwältin sein, keine Ärztin, keine Richterin um zu erkennen, wenn etwas gewaltig falsch läuft.
Ich brauche keine Gesetze, die mein Gefühl belegen.
ich brauche auch keine Studie aufzustellen, um zu zeigen, in welchem Wahnsinn wir gerade leben.
Jetzt, genau in diesem Moment.

Der Mensch ist ein soziales Wesen.
Nicht unbedingt sozial im Sinne von empathisch und mitfühlend, denn genau das sind viele nicht, sondern im Sinne von Gesellgkeit.
Der Mensch ist stets auf der Suche nach Menschen.
Wir können und wollen in Herden leben, brauchen die Nähe, den Schutz und die Sicherheit eines anderen.
Wir beschützen somit unsere Familien und auch für einen Fremden würde manch einer sein letztes Hemd geben.
Wir könnten es sehr wahrscheinlich, aber wir wollen nicht alleine sein.
Wir suchen den Kontakt, die Blicke, die Berührungen, den Duft, die Wärme, die Liebe und die Freude mit einem anderen Menschen.
Der Mensch ist ein soziales Wesen.

Aber, was passiert jetzt?
Geht auf die Straße, seht es euch selbst an.
Die Menschen, die sich vorher so sehr gesucht haben, meiden jetzt jeden Blick miteinander.
Sie gehen sich aus dem Weg, verlassen die Familienmitglieder, vereinsamen zu Hause still und zustimmend vor sich hin.
Menschen halten Abstand zueinander und, verdammt nochmal, jeder, der mich kennt weiß, ich stehe voll auf Abstand, aber hey, jetzt finden wir Beschriftungen, Maßnahmen und Sperrbänder alle paar Meter auf der Straße und in den Supermärkten die uns sagen, wann wir wo zu wievielen stehen dürfen.
Wir schaffen einen Abstand zwischen uns, der auf diese Weise nicht notwendig ist.
Wir können kein Lächeln mehr austauschen, denn die Hälfte des Gesichtes ist verdeckt.
Die Blicke sind leer, wir sehen nur noch Angst und Panik und Erschöpfung in den Augen anderer.
Wir tauschen keine Berührungen, strahlen keine Wärme aus.
In jeder Kontaktsituation ist etwas zwischen uns und dieses, was zwischen uns ist, ist gewaltig.

Es findet Ausgrenzung statt. wie nie zuvor.
Das, was da draußen passiert, ist nichts anderes als Diskriminierung, nur, dass es jetzt eine willkommende Verhaltensweise ist, weil sie unter den Deckmantel „Schutz“ und „Sicherheit“ fällt.
Menschen stehen an ihren Fenstern, beobachten das Geschehen draußen auf den Straßen und schwärzen jeden beim Ordnungsamt an, der sich nicht an die Regeln hält.
Natürlich nur zu unserem eigenen Schutz.

Ein Restaurant betrete ich mit Maske, am Platz darf ich sie abnehmen.
In der Schule wurden die Tische der Schüler meilenweit auseinander gestellt – die Maske muss trotzdem auch am Platz, während des ganzen Unterrichtes getragen werden.
Achja, und auf dem Schulhof natürlich auch.
Kinder, mit MASKE!
Lehrer, die sie wie ein Feldwebel jede Sekunde daran erinnern, wie wichtig es ist, für das Leben, diese immer aufgesetzt zu haben.
Natürlich nur, um uns und andere zu schützen.
Eltern, die ihre Kinder unter diesen Umständen in die Schule schicken.
Klar, was bleibt ihnen auch anderes übrig?
Sie müssen arbeiten gehen, wenn sie noch einen Job haben, um die Familie zu ernähren.
Überall muss man sich die Hände desinfizieren, überall wird auf Abstand geachtet und doch: Die Fallzahlen steigen.
Ist doch komisch, oder?
Wo ist hier euer Menschenverstand, eure Stimme?
Aber na klar, dass sind die Jugendlichen Schuld, die am Wochenende, was, sich amüsieren?
Ja und?
Jedes Jahr an Karneval geht ihr halbnackt auf die Straßen, trinkt aus fremden Flaschen, tauscht SÄMTLICHE Körperflüssigkeiten mit FREMDEN aus und was?
Da hat es euch nie interessiert und Hände gewaschen wurde sich auch nicht.
Von den ganzen Sexualkrankheiten und Alkoholtoten wird da auch nicht gesprochen.
Aber natürlich, wie dumm von mir!
Karneval ist doch Kultur, da darf man nichts gegen sagen.

Uns werden die Kinos weggenommen, die eh nur noch auf ihr Ende warten, seitdem wir jeden scheiß Film online streamen können.
Konzerte, Theater, Veranstaltungen, selbst der beschissene Karneval: alles weg.
Kein Ausgleich zur Arbeit, denn arbeiten müssen wir ja, weil wir es dürfen!
Weil wir darauf angewiesen sind, auf jeden verdammten scheiß Euro, damit wir unsere Lieben halten können.

Wo ist da eure innere Stimme, euer Ich, das sich doch spätetsens jetzt melden sollte?

Die Menschen nehmen es hin – das wurde jetzt klar und deutlich bewiesen und Gnade Gott, es sollte mal wirklich etwas Schlimmes passieren – da ist auf uns kein Verlass.
Wir würden elendig vor die Hunde gehen.

Die Menschen nehmen es hin, solange sie Netflix haben, Süßes und krankes, billiges Fleisch in den Hals stopfen und online shoppen können.
Sie nehmen es hin und sie würden wirklich alles tun, damit es ihnen nie weggenommen wird.
Dafür sind sie bereit eine Maske zu tragen und es als das neue „Normal“ oder „Zeichen von Freiheit“ zu betiteln, sie sind bereit sich in Reih und Glied im Supermarkt aufzustellen und den Nachbarn an den Pranger zu stellen und hinzurichten, wenn er sich ordnungswiedrig verhält.
(Erinnert mich an das, was sie über die Dreißiger sagen – nur mal so als Anstoß).

Wo ist hier die verdammte innere Stimme, die für eure Freiheit kämpfen will?
Die an euch appelliert, für euch und eure verdammten Familien einzustehen?
Wo sind eure Worte, eure Gefühle, wo ist euer Menschenverstand?

Wir haben ihn verloren, haben ihn womöglich eingetauscht für das neue Iphone – Modell. Haben ihn verkauft an den Teufel des Konsumes.
Haben sie nichts ahnend weggegeben, für Netflix und Youtube und Facebook.
Haben die Verantwortung selber zu denken, einfach in die hungrigen Mäulern der Industrie gesteckt.

Kontrolle über das Leben ist eine Illusion – wir hätten sie gerne – aber wir haben sie nicht und hatten sie auch nie.
Wir denken, es ist alles unsere Idee, unse Vorhaben, unsere Haltung, unsere Angst.
Dabei wurden sie uns alle nur auferlegt und wir haben sie dankend angenomen.
Wenn sie sagen, wir müssen glücklich sein, weil wir arbeiten gehen dürfen, sind wir glücklich.
Wenn sie sagen, wir sollen Angst haben, sind wir ängstlich.
Wenn sie sagen, wir sollen uns in Reih und Glied aufstellen, aus Schutz zueinander, verdammt, dann stellen wir uns auch regeltreu auf!
So, als wäre es unser Plan gewesen.
Wenn sie sagen, es geht um die Sicherheit unserer Großväter und Großmütter, tja, dann meiden wir den Kontakt zu ihnen – ist doch aus Schutz!
Wenn sie sagen, zieht euren Kindern Masken auf, ja, dann nähen wir ihnen direkt welche.
Wenn Sie sagen, der Vater des Neugeborenen darf nach einer Woche nur eine Stunde am Tag zu dem Kind und der Frau gehen, ja, das machen wir auch noch, keine Sorge.

Wir haben gezeigt, dass wir gewillt sind, nahezu alles zu tun, nur damit uns der Schein unserer kontrollierten, gerechten und sorglosen Welt nicht genommen wird.
Wir haben aufgehört, auf uns zu hören.

Und mal so nebenbei:

Ich habe mehr Angst davor, dass es für immer so bleibt, wie es jetzt ist, als vor Corona.

Du und ich.

Ich habe es nie verstanden und ich werde es in diesem Leben wahrscheinlich auch niemals verstehen.

Ich bin davon überzeugt, dass man nicht so auf diese Welt kommt.
Nicht feindselig einem anderen Menschen gegenüber.
Aber man wird wohl so gemacht.

Ich habe nie begriffen, wie man einen anderen Menschen augrund seiner Herkunft, seiner Hautfarbe, ja sogar aufgrund seines Kleinungsgeschmacks ausgrenzen kann.
Wer ist man, wer sind wir, die entscheiden, was akzeptabel ist und was nicht?

Ich bin es so Leid, ständig im Radio zu hören oder in der Zeitung zu lesen
„Ein weißer Mann hat einen Schwarzen getötet!“, „Ein muslimischer Attentäter“,
„Ein Flüchtling hat eine deutsche Frau vergewaltigt!“, „Eine islamische Terrorgruppe!“, „Ein deutscher Nazi!“.
Fällt euch auf, dass die Medien es geschafft haben, dass wir sofort zum Begriff „Attentäter“ einen muslimischen Mann assoziieren?
Dass ein „Nazi“ immer stahlblaue Augen und weiße Haut hat?
Dass ein Flüchtling im ersten Augenblick immer unheimlich erscheint?
Es gab übrigens auch Schwarze, die Schwarze versklavt haben.
Wenn ich abends am bahnhof vorbeigehe, finde ich auch manche Deutsche unheimlich.
In Italien tötet täglich ein Mann aus Eifersucht seine Frau.
Ein Amokläufer kann auch ein einheimischer Junge sein.
Übrigens, es gibt auch zahlreiche Frauen, die Männer vergewaltigen.
Kinder, die ihre Mütter verprügeln.
Wie ihr seht, bringen uns diese Kategorisierungen einen Dreck.

Wir wollen nicht in Schubladen gesteckt werden, tun es aber permanent bei anderen.
Wir entscheiden, urteilen, ja, wir wissen sogar, dass es so ist!
Wer sind wir, dass wir das entscheiden?
Weil wir beschlossen haben, dass wir zur Masse gehören?
und das, was die Mehrheit sagt, ist natürlich das Richtige!

Ich höre und lese diese Worte und denke jedes Mal:
Ein Mensch hat einem anderen Menschen weh getan.
Ein MENSCH hat das getan.
Ist denn die Herkunft so relevant dafür?
Na klar, denn dadurch fällt es uns leichter zu pauschalisieren.
Dadurch machen wir DIE schön passend für UNSERE Schubladen.
Sie passen fabelhaft hinein und wir können nachts ruhig schlafen.

Ein wichtiger Aspekt wird jedes Mal außer Acht gelassen:
Menschen tun sich das gegenseitig an.
Nicht Katholiken, Muslime, Flüchtlinge, Ausländer.
Menschen sind so schlecht.
Menschen betrügen, bestehlen sich gegenseitig und zerstören das Leben unschuldiger Menschen.
Es sind immer wir, WIR, die das tun.
Nicht die, sondern wir.

Ist mir doch total egal, ob Hitler ein Weißer war.
Er hätte auch ein Schwarzer sein können, der die Weißen versklavt.
Wäre genauso falsch gewesen, oder nicht?

Wir bewerten Menschen anhand ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens.
Wer sind wir, dass wir das tun?
Wer sind wir, die ausgrenzen?

Diese Welt ist nicht in diesem Zustand wegen denen, sondern wegen uns.
Weil wir es tun, weil wir es zulassen, weil wir immer und immer wieder die Menschen um uns herum in Schubladen stecken.

Der beste Weg, um einen Krieg zu beenden ist niemals der Kampf gewesen, sondern der Frieden.
Es kommt leider nur nie dazu.

Es sind immer nur Du und ich.
Du, Mensch und ich, Mensch.
Dein Leben ist genauso viel wert wie meines.
Du bist nicht besser oder schlechter.
Ich kann dich auch nicht mögen, du darfst mich auch hässlich finden, ich darf deinen Musikgeschmack nicht teilen, du darfst denken, dass mein Glaube in deinen Augen Unsinn ist und ich darf eine andere Meinung haben als du.

Aber du darfst mir deswegen nicht weh tun und ich dir auch nicht.


Unwissenheit als Segen?

Ich dachte immer, es ist gut, Dinge zu wissen.
Ich habe es als wichtig erachtet, zu wissen und habe diejenigen verurteilt, die sich dem Nichtwissen zugesprochen haben, ob nun wissentlich oder unwissentlich.
Ich wusste eigentlich immer das Ein oder Andere und wenn ich nicht wusste, wurde ich wissend.
Immer wieder stieß ich auf Menschen, die nichtwissentlich Dinge nicht wussten und dann dankbar waren, dass ich ihnen Wissen brachte.
Mehr noch aber stieß ich auf Menschen, die sauer und fast schon beleidigt darüber waren, dass ich ihnen gutmütigerweise Wissen brachte, was sie nicht wissen wollten.
Also, blieben sie stur, schlossen die AUgen, schüttelten sich einmal das Wissen aus dem Kopf und Zack! – wissentlich nichtwissend.
Als hätten sie nie etwas gewusst. Denn wenn sie wissentlich wären, könnten sie ja nicht mehr so tun als wären sie nichtwissend und das wiederum würde bedeuten, sie müssten mit dem Wissen leben. Und das ist manchmal schwer.



Heute denke ich manchmal, es wäre vielleicht in vielerlei Hinsicht einfacher, nicht zu wissen.
Es würde vielleicht insgesamt weniger Kopfzerbrechen bereiten.
Vielleicht wäre es ja angenehm, sich mal Gedanken darüber zu machen, für welche emanzipationsunterwerfende Frau sich der Bachelor nun entscheidet oder welche Nackten demnächst auf der Insel hintereinander herlaufen oder dass ich morgens als allererstes die Mülltonnen an die Straße stelle, damit alle sehen, wie regeltreu ich bin.
Deswegen halte ich ja zur Zeit auch gensaustens ZWEI METER Abstand zu jedem, damit sie alle sehen, wie fügsam ich bin.
Obwohl ich wissen könnte, dass es absolut keinen Sinn macht.
Aber zum Glück, weiß ich ja nicht.

So leichte Gedanken sind doch mal Balsam für den Verstand.
Oder aber, ich stelle fest, früher oder spter, ist da kein Verstand mehr.

Also gut, dann doch lieber wissentlich wissend sein und den Nichtwissenwollenden auch das Nichtwissenwollen zugestehen.

Obwohl ich weiß, dass es gut wäre, zu wissen.
Denn, jemand sagte ja schon: Nichtwissen mag vielleicht ein Segen sein,
aber Wissen ist Macht.
Und zwar in jederlei Hinscht.

Hinterfragen statt Nachsagen.

Das wahrscheinlich erfolgreichste Instrument der Macht, ist nicht das Geld, sondern die Verbretung von Angst.
Mit Angst hat man alles im Griff, alles unter Kontrolle – das ist nichts Neues, damit wurde wahrscheinlich schon seit immer mit gearbeitet.

Angst ist ein natürlicher Instinkt, der uns vor Gefahr bewahren und warnen will.
Angst ist im Ursprung ein hilfreicher Instinkt – aber es ist auch leicht, sie uns aufzuerlegen.
Angst kann uns in einen Zustand vollkommener Lähmung versetzen.
Wir sind wie paralysiert, können nicht denken, nicht reden, nicht ruhig atmen.
Wir verlieren die Kontrolle über unseren Körper und über unseren Geist.
Die Angst sitzt dann am Steuer.

Es ist doch so:
Wenn wir Angst versprüren, würden wir doch so ziemlich alles dafür tun, damit es aufhört.
Damit wir uns geregeltes, normales, alltägliches Leben von gestern wiederbekommen.

Wo kommt nun diese Angst her, die so viele Menschen in ihre Körper einsperrt?

Die Medien, die uns tagtäglich umgeben, ob es das Fernsehen ist, die Zeitung, das Smartphone mit seinem Facebook und Anderes, das Radio usw
Den ganzen Tag über sind wir diesem Druck ausgesetzt und das sogar gerne.
Denn die meisten unter uns wissen nicht, dass genau dieses, das perfekte Instrument ist UND IMMER WAR, um Anst zu verbreiten.

Was im TV gesagt wird und dann noch in der Tagesschau – ja, das MUSS ja richtig sein.
Pressefreiheit – also stimmt NATÜRLICH auch alles das, was die Zeitungen schreiben (obwohl ich wirklich bezweifle, dass es diese je gab).
Wenn da steht, dass Trump ein rassistisches Arschloch ist, dann stimmt das und ich brauche mich nicht weiter damit befassen. Abgehakt!
Warte mal, dabei kenne ich diesen Mann doch gar nicht.
Ich habe mich nie damit befasst, mich nie informiert … Eagl, das Fernsehen sagt etwas anderes.
Wenn gesagt wird, dass Flüchtlinge sich daneben benhmen, ja dann bitte, sollen sie doch in ihr eigenes Land zurück! Abgehakt!
Moment, ich habe noch nie einen Flüchtling gesehen oder mich mit ihm unterhalten.
Die sehen doch eigentlich ganz friedlich aus … naja, aber wenn die sagen, die bauen Mist, dann weg damit!

Ich höre so viele Meinungen um mich herum und ich höre es.
Ich höre, dass diese keine eigenen Meinungen sind, sondern nur Nachplapperei.
In der Regel ist es doch nämlich so: Eine Meinung bilde ich mir, in dem ich alle möglichen Einflussbereiche betrachte und auf Grundlage dieser zu einem Ergebnis komme.
Zumindest wäre das doch vielleicht ein guter Schritt.
Aber wieso sollte man diesen Aufwand betreiben, wenn man doch einfach eine gestellte und geteilte Meinung annehmen kann?
Einfach so – man muss noch nciht einmal von der Couch aufstehen.

Ich höre seit Jahren kein Radio, aber ab und an habe ich keinen Einfluss auf mein Umfeld.
Ist euch bewusst, dass dort nach allen paar Minuten IMMER WIEDER DAS SELBE gesagt wird?
Falls man nämlich gerade erst dazuschaltet, ist man auf dem selben Stand, wie alle anderen.
Und das ist auch äußerst wichtig: Seid alle auf dem gleichen Stand, damit ihr auch brav alle das Selbe glaubt.

Die Meinung wird sich nicht mehr gemacht, sie wird einem auferlegt.
Wir sind dauerhaft auf Sendung, kriegen alles mit und spucken dann im Internet große Töne – bravo, für eine Meinung, die du übernommen hast.

Meine Mama hat mich immer gefragt:
Wenn alle von einer Brücke springen, springst du dann mit?

Die Antwort war natürlich nein und jeder würde es genuso sagen – aber die Taten sprechen von anderen Geschichten.
Nicht mit den anderen von der Brücke springen bedeutet auch, sich mal zu informieren: Warum wollen die denn springen? Was passiert, wenn ich springe? Was wäre, wenn ich nicht springen würde? Macht es Sinn, dass sie springen? Kann man das auch anders lösen? Wo kommt die Idee her, von der Brücke zu springen? Was steckt DAHINTER?

Diese, wie man heute so toll sagt, Mainstream – Medien werden uns nie erzählen, was dahinter steckt.
Nachtrichten sind lediglich Nachsprechungen, Nachberichtungen von anderen.
Dann noch in einer Zeit, wo wirklich nahezu jeder Mensch für Geld seine eigene Mutter verkaufen würde, wo man jedes Bild mit einer guten App oder einer anderen Anwendung bearbeiten kann oder wo man Stimmen und Mimiken schaffen kann.
Wo man uns Geschichten erzählt.

Also – nein, ich springe nicht von der Brücke.
Und ihr solltet es auch nicht tun.



Viel haben und mehr haben wollen.

Ich bin ein großer Fan von „The Walking Dead“.
Vor allem aber, weil ich finde, dass es genau widerspiegelt, wie der Mensch mit einer Situation, wo es um’s Überleben geht, umgehen würde.

Ich find’s auch gar nicht so hoch gestapelt:
Wenn wir schon bei einer „Grippesituation“ anderen die Lebensmittel aus dem Einkaufswagen nehmen, wie würde es dann aussehen, wenn es wirklich üm’s Überleben gehen würde?

Na klar, kein Wunder!
Wir sind doch einigen Luxus gewohnt!
Wir wollen ja nicht einfach nur leben, sondern bestmöglich leben!
Und nicht ur bestmöglich, sondern besser als alle anderen!
Wenn de Welt morgen untergeht, okay, aber dann bitte mit überfüllten Kühlschränken!

Übrigens: Dein ganzer Besitz ist ein Scheiß wert, wenn die Welt wirklich untergehen sollte.

Also gut, ihr habt euch dazu entschieden, so ignorant und egoistisch zu sein wie sonst auch immer, nur jetzt natürlich begründet.
Denn Zuhause sagt euch der Fernseher, es ginge um Leben und Tod!

Jetzt haltet ihr mittlerweile also fast fünf Meter zu jedem Menschen Abstand, obwohl eigentlich nicht passieren könnte, wenn man sich nicht gerade in den Hals hustet.
Aber gut, ihr haltet Abstand, und jetzt, wo viele von euch nicht arbeiten müssen oder dürfen (übrigens: Verrückt, aber es gibt Menschen, die würden gerne arbeiten, denn davon hängt ihr Lebensunterhalt ab), habt ihr nichts zu tun und stellt euch morgens schon eine Stunde vor Ladenöffnung in die Schlange, damit ihr bloß alles bekommt und am besten von allem das Dreifache.
Ihr esst sonst kein Jogurth? Na, aber jetzt schon!
Jetzt ist es eine Ausnahmesitation, also kaufe ich Jogurth, denn wer weiß, vielleicht rettet er mir irgendwann ja doch das Leben!
Ihr kauft in utopischen Mengen ein und zwar auch die Dinge, an die ihr sonst vorbeigeht.
Vielleicht sogar die DInge, die ihr gar nicht mögt, aber na ja, jetzt macht man das, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Ihr wollt euren Abstand – bitte.
Ihr wollt eure Handschue und Halstücher um den Mund gewickelt? – Ist für mich auch okay.
Aber ey, jetzt reicht es aber doch!
Es ist bestimmt die vierte Woche in Folge, dass es in meinem Stammsupermarkt kein Klopapier mehr gibt.
Leute, man hat auch mal ohne Klopapier überlebt, aber ihr seid euch natürlich zu fein euch auch nur vorzustellen, euren königlichen Hintern mit eurer eignen Hand und Seife abzuwischen! (Glücklicherweise musste es ja noch nie soweit kommen und Gnade Gott, ihr müsstet es jemals tun!)
Ihr seid natürlich besseres gewohnt.
Sonst stauen sich eure Autos vor dem Drive im Mc Donalds, ihr zieht euch den ganzen Mül immer so gerne rein und jetzt?
Kein Obst mehr da, kein Gemüse.
Jetzt seid ihr nicht nur wahnsinnig, sondern auch noch gesund dazu!

Seit Wochen finde ich nie das, was ich brauche.
Aber hey, ich falle deswegen nicht tot um, aber es nervt mich so sehr, dass ihr den Arsch nicht voll bekommt.

Ich sehe, dass andere Menschen, die in Restaurats und Pizzerien arbeiten, verdammtes scheiß Weizenmehl und die Hefe brauchen!
Aber davon gibt es ja nirgendwo mehr was und wenn doch, wird mir jetzt an der Kasse gesagt, wieviel ich haben darf!
Mir wird VERBOTEN das einzukaufen, was ich BRAUCHE und nicht das, was ich einfach nur aus total unberechtigter Angst BUNKERE

Aber dann, auf der anderen Seite, geht ihr nach eiem Abend zu Hause alle an eure Fenster und klatscht, für was eigentlich?
Die Pflegekräfte sind euch sonst auch immer total egal und jetzt habt ihr sie heilig gesprochen?
Zur Info: Menschen, in diesem total unterbezahlten Berufen, wollen nicht euren scheiß Beifall, sie wollen mal endlich MEHR GELD für ihre Arbeit!
Statt dass ihr für Fußballclubs spendet, die alle bis an ihr Lebensende mit Geld ausgesorgt sind und dafür wirklich nichts weltbewegendes tun, spendet doch mal was für die Menschen, die sich wirklich tagtäglich den Arsch für euch aufreißen.
Im Radio heult ihr rum, weil ihr nicht meh rins Stadion dürft und Fußball EUER LEBEN ist.
Auch dein scheiß Fußball wäre nichts wert, wenn’s um’s Überleben ginge.

Ich sag‘ mal so: Uns geht doch hier SO GUT.
Wir haben doch alles und wenn jeder sich nur das nehmen würde, was er wirklich braucht, müsste man auch nicht morgens schon um sieben Uhr vor dem Laden stehen und beten, dass es noch scheiß verdammte Klopapier gibt!
Durch euer Handeln bleibt für die anderen nichts übrig.
Ich sehe abends kurz vor Ladenschluss noch so arme Seelen wie mich durch den Laden laufen, die einfach nichts mehr finden.
Letztens hatte der Typ neben mir an der Kasse nur eine Packung Spaghetti und eine Packung Salami gekauft.
Er tat mir so Leid, ich wollte ihn in den Arm nehmen.
Achso, ne sorry, berühren ist ja jetzt auch nicht.
Aber wenn wir an Karneval völlig fremden Menschen unsere Zunge ganz tief in den Hals stecken, ist das okay.
Ist ja auch Karneval, das ist ja Kultur, das muss so sein.

Jetzt geht’s aber noch eine Nummer härter:
Jetzt ist nicht nur Corona, sondern auch noch OSTERN!
ZWEI FEIERTAGE!
Das Gehirn schaltet auf Notstand: DOPPELT Einkaufen!

Ich blicke auf all das und weiß: Sollte es jemals zu einem ECHTEN NOTSTAND kommen, wären wir verloren.


Wir sind der Wind, nicht die Fahne.

Schon früh wird uns eingetrichtert, dass es nicht „normal“ ist, anders zu sein.
In der Schule waren diejenigen, die anders aussahen, eigene Interessen hatten, eine andere Musik gehört haben, Außenseiter.
Sie wurde außen vor gelassen, waren stets das Gesprächsthema Nummer Eins und man konnte wunderbar über sie lachen.

Anders aussehen, eine andere Meinung haben als der Rest der Welt – diese Eigenschaften scheinen für die Masse eine Kriegserklärung zu sein.
Die Schule lerht uns vielmehr, wie wir sein SOLLEN und es ist ein Märchen, dass es dabei um die Entwicklung unserer Stärken und individuellen Fähigkeiten geht.
Glücklicherweise habe ich noch Lehrer kennengelernt, die auch anders waren – und das warem die Besten.
Wir sollen lernen, Ja und Amen zu sagen, vor allem, wenn eine uns eine höher gestellte Person gegenüber steht.
Verwechsel das bloß nicht mit Respekt – Respekt kann ich auch haben, wenn ich jemanden zum Teufel jage.
Respekt und Unterordnung sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Wir sollen lernen, nicht zu hinterfragen, denn wenn man uns etwas erzählt, stimmt das natürlich ud wir müssen das automatisch hinnehmen.

Ich sage immer, man kann etwas nur dann wissen, wenn man es selbst erfahren, gefühlt, gesehen, gehört oder meinetwegen berechnet hat, oder selbst dabei war
(Und selbst dann, könnte deine eigene Wahrnehmung die Wahrheit ummanteln).
Nur dann, kannst du etwas wirklich wissen.
Alles andere basiert auf der Meinung, subjektive Wahrnehmung und Erzählung von anderen, die es meistens auch nur von dritter Hand haben.

Wir sollen so sein, wie man uns haben will (ich bewerte jetzt auch gar nciht, wer „man“ ist, obwohl mir da sicher einige Ideen einfallen würden).

Wie heißt es so schön?
„Ich mag dich, wie du bist“ – aber eigenlich auch nur, wenn es mir gerade in den Kram passt.
Menschen ändern hier und da ihre Meinung, ich sehe nirgendwo mehr Prinzipien.
Überall herrscht Doppelmoral:
Ja, Asyl ist okay, aber bitte nicht in meiner Nähe!
Bei Corona schließe ich mich zu Hause ein, aber Karneval feiern geht!
Ja, man sollte nicht verschwenderisch mit Lebensmitteln und Wasser umgehen – Dann aber jeden Tag Essen wegwerfen, weil man zu viel eingekauft hat und die Badewanne täglich voll machen!

Ich sehe mich um und finde keine Säulen mehr.
Alles ist austauschbar und bewegt sich durcheinander, ohne Linie.
Du fragst jemanden, nach seiner Meinung und morgen hat er schon wieder eine andere.
Versteht mich nicht falsch: Man darf natürlich seine Meinung ändern.

Aber Prinzipien bilden deinen Boden, geben dir Stabilität und halten deine Welt zusammen.

Aber nein, wenn die aus dem Frühstücksfernsehen etwas sagen, dann ist das bestimmt so!
Wenn in der Zeitung etwas geschrieben steht, dann glaube ich das erst Recht!
Und wenn meine plappernde Nachbarin etwas über meinen Untermieter erzählt, ist das wohl so.
Wir geben gerne die Verantwortung ab, an die Medien, an den Freund, an den Bäcker, an den Arzt.
Wir wollen die Konsequenzen unserer Entscheidungen nicht tragen und haben stets jemanden in Petto, den wir dafür beschuldigen können.

Dabei ist es so toll, die Verantwortung für sich zu tragen, für sich zu entscheiden. Niemals würde ich es jemandem überlassen wollen.

Unter dem heutigen Deckmantel der „Alternativen“ und der „Individualität“ – die funktioniert auch nur, wenn du so bist, wie man es gerne hätte.
Es ist leichter, gemocht zu werden, wenn man so ist, wie man sein soll.
Ich hatte immer schoneine Schwäche für das Einsame, für das Eigene, für das Sonderbare.
Denn genau diese sind diejenigen, die Leben in den verstaubten Verstand bringen.

Ich kenne viele Fahnen im Wind.

Aber, Mensch, WIR können der Wind sein.
Löse dich einfach von diesen Fesseln, die du lächelnd angelegt hast.
Gib‘ dir einen Ruck und sei mutig, der Wind zu sein.






Bei sich sein.

Erst einmal muss ich doch tatsächlich feststellen, dass sich trotz der derzeitigen Krise, mein Leben nicht maßgeblich verändert hat.
Ich bin gerne zu Hause und Einkaufen ist jetzt doch so viel besser, wo endlich der respektvolle Abstand gehalten wird, auf den sie sonst so scheißen.
Ich find’s nicht schlimm, dass die Straßen leer sind.
Im Gegenteil: Geht mal durch diese leeren Straßen spazieren.
Sicher, es hat etwas gespenstisches, aber auch befreiendes.

Zuhause ist es doch am Schönsten – das sagen immer alle.
„Zuhause hab‘ ich noch so viel zu erledigen, aber da komme ich einfach nie zu!“

Na ja, jetzt schon.
Ist doch toll. Aber das ist dann doch nicht so gewollt.

Denn Zuhause bist du mit dir und deinen Gedanken gefangen.
Du kannst dich nicht ablenken mit Parties, Menschen kennenlernen und dich über das Leben anderer austauschen.
Du bist jetzt allein, mit dir und deinen Gedanken.
Gegebenenfalls noch mit deiner Familie, deinem Partner oder deinen Kindern.
Du willst doch sonst immer mal Zeit für dich haben – ja nun – da ist sie.
Unendlich viel Zeit

Mir wird klar, dass sich für mich nichts ändert aber ich verstehe, warum es für so viele andere so eine Umstellung ist.

Wieso gehen wir immer am Wochenende saufen?
Wieso planen wir die Woche so, dass so viel Zeit wie möglich mit Veranstaltungen, Terminen und Kontakten vollgepackt ist?

Na klar, darunter sind auch Hobbies und Interessen – natürlich.
Aber diejenigen, die das so exsessiv betreiben, tun es, um von sich abzulenken.
Die eigenen Gedanken sind manchmal nur schwer zu ertragen – ist übrigens auch der Grund, warum man viel lieber über das Leben anderer spricht – achtet mal darauf.

Dabei ist es doch SO SCHÖN mal mit sich zu sein.
Einfach mal ganz bei sich.
Die innere Stimme zu Wort kommen zu lassen, nachzudenken oder auch einfach nichts zu tun.
Wie schön es ist, einen ganzen Tag NICHT ZU REDEN!
Das ist Gold wert.
Dies ist die Zeit, die unser Leben verlängert und besser macht.
Es kann so wunderbar sein, mal die Zeit so zu verbringen, dass man selber im Mittelpunkt steht.
Wenn man nicht immer irgendwas tun MUSS, sondern tun möchte.

Wir sind täglich umgeben von Zwängen, von MÜSSEN, von Sorgen und Pflichten, von Anträgen, Ämtern, „Bitte bItte“ – Sagen, sich selbst hinten anstellen und die eigene Meinung für die eines anderen vergraben müssen.
Das Handy ist immer an, wir sind immer online, auf Sendung, verarbeiten eine Million Informationen in einer Minute und können kaum abschalten.
Denn das kann man sich in unserer Welt nicht leisten.
Wer abschaltet, verliert den Faden.

Also macht ihr jetzt alle tolle Screenshots von euren Skype-Dates mit euren Freuden.
Meine Güte, also ich liebe meine Freunde, auch wenn ich die ein ganzes Jahr lang nicht sehen würde.
Ihr postet Bilder, wie ihr für eine Oma den Einkauf erledigt.
Immer seid ihr online, immer seid ihr erreichbar, imer wollt ihr zeigen, was ihr gerade macht.
Jetzt vielleicht noch mehr als zuvor, weil ihr jetzt zeigt, dass ihr alle brav zu Hause bleibt, wie man es von euch verlangt.

Mach‘ doch mal den Fernseher aus, schalt‘ das Radio ab, am besten den WLAN-Router.
Mach‘ es aus und höre mal in die Stille hinein.
Draußen zwitschern die Vögel, hast du das schon gehört?
Spüre mal die warme Sonne auf deinem Gesicht und lass‘ deinen Gedanken freien Lauf.

SEI MAL NICHT ERREICHBAR.
Sei einfach mal bei dir, mit dir und für dich.
Du siehst dich viel zu selten.
Verbring‘ doch mal Zeit mit dir und erzähl‘, wie es war.

Der Alltag ist schneller wieder da als du denkst und dann wünschst du dir, du hättest mal was Zeit für dich.

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